Lembacher Nachrichten seit 1979

 

Konzert "Blumen die nicht welken"

Start von KultURsprung voller Erfolg



Kultur am Land – sie lebt und blüht.

Die Alfons Dorfner-Halle war mit 600 Zuhörer randvoll gefüllt. Blumen, und insbesondere die Königin der Blumen – die Rose, standen im Mittelpunkt des Abends. Sie wurden in vielfältiger Weise besungen.

60 junge Musiker des Nordwaldkammerorchesters, drei Chöre und hochkarätige Solisten blühten mit auf. Sie waren von Norbert Huber, dem künstlerischen Leiter und Dirigenten, bestens auf diesen Abend vorbereitet.

Eindrucksvoller als an diesem Abend war die richtige Zielsetzung des Kultursprungs wohl nicht zu beweisen. Das Ziel des „Kultursprungs“ - (das ist das neue regionale Kulturnetzwerk der Gemeinden Lembach, Niederkappel und Putzleinsdorf) ist es, auf diese hohe Qualität des kulturellen Angebotes „am Land“ aufmerksam zu machen. Dabei wird der aktiven Teilnahme und der Begegnung allerhöchste Priorität zugemessen.


KultURsprung bedankt sich bei den Sponsoren der Veranstaltung:

- Sparkasse Mühlviertel-West
- Beamöstub'n
- FlorisTine
- Lembacher Wirtschaft
- Putzleinsdorfer Wirtschaft
- Niederkappler Wirtschaft



Bei der Rosenübergabe aus der Oper "Der Rosenkavalier" brillierten Judith Peer als Oktavian und Brigitte Guttenbrunner als Sophie.




Die Rosenarie aus der "Hochzeit des Figaro" sang Monika Schürz in höchst einfühlsamer Weise, ebenso beeindruckend Hans Falkinger, der Startenor aus der Lembach.




Die beiden Konzertmusiker Maria Ehmer auf der Violine begleitet vom Pianisten Christoph Traxler zeigten ihr Können mit der "Frühlingssonate" von Beethoven bzw. den "Variationen über trockene Blumen" von Schubert. Das war Musik mit dem höchsten Qualtitätsanspruch.





"Wenn mir je ein Lied gelang, sollt es heut nicht glücken?“

diese zeile aus dem gesungenen lied "frühlingsfeier" schafft eine anknüpfung zum anlass dieses musikalischen abends:

es ist dies der sprung in die kultur
es ist dies der ursprung des kultes – der kultursprung.
diesen namen haben wir der neuen initiative gegeben, die aus den drei nachbargemeinden lembach, niederkappel und putzleinsdorf herausgewachsen ist. warum sollte dieses vorhaben nicht glücken?

die motivation für diese initiative sehen wir in den speziellen voraussetzungen für eine besondere kultur am land, in unserem land - was sind diese voraussetzungen:
fast unbemerkt schließen sich in unserer region unablässig kulturbegeisterte zusammen und widmen sich mit ganzer kraft dem thema kultur. einige dieser begeisterten für diesen abend verantwortlich.

wobei zu fragen ist, was denn mit kultur gemeint ist:
kultur greift zurück auf den kult. der kult ist die spezifisch menschliche äußerung,die die natur nicht hat.
wir nennen die summe dieser menschlichen handlungen und sehnsüchte kultur, wir sehen uns zu recht als kultiviert. und wir haben sorge, wenn die unkultur unser miteinander bestimmt.
das unbehagen an der kultur ist ein unbehagen an den verirrungen des menschen – niemals an der natur.

kultur ist ganz allein dem menschen vorbehalten. dem menschen allein ist es eigen, seine zeit zu gliedern, anlässe der erinnerung und des neubeginns zu schaffen.
"Doch warum in dieser Zeit an die Arbeit treten, Frühling ist ein hohes Fest, lasst mich ruh´n und beten."
kultur beinhaltet die religiöse sehnsucht nach überschreitung der rein biologischen ansprüche. wir leben nicht vom brot allein, wir brauchen das fest, das ritual. wir brauchen das wort, das bild, die musik, wir leben von glauben, hoffnung und liebe.

mit dem kultursprung wollen wir auf die spezifische qualität der kultur unserer region, unserer gegend, unserer menschen, unserer gemeinden aufmerksam machen.
ein bisschen schwingt in dieser neuorientierung auch das unbehagen mit, dass vielfach die qualität unserer kultur zuwenig beachtet wird, dass das kulturgut – die gute kultur - von zeitgeistigen dummheiten mit deren großen verführungspotential überlagert wird.

wir glauben an die hohe qualität dessen, was bereits da ist. wir glauben ebenso an die unbedingte notwendigkeit der erneuerung dessen, was da ist.
erneuerung, anderswerden ist kein selbstzweck.
stehen bleiben, verharren ist rückschritt – das gilt auch für konservativ geprägte …
damit reden wir nicht dem hastigen und überstürzten das wort, wohl aber wünschen wir uns eine große aufmerksamkeit, die sehr bedacht auf neue strömungen und erfordernisse unserer zeit, unserer gegend reagiert. damit untrennbar verbunden sind unbequeme fragen, neuen antworten, unsicherheit und wagnis.

unsere anliegen ist nicht die klage um das bessere vergangene, das es nie gab – authentisch und glaubwürdig aber wollen wir sein in dem mühen, in der hoffnung, in der freude und liebe zu unserer region und den menschen, die hier ihren lebensmittelpunkt haben. wir laden euch ein, mit uns diesen kultursprung zu wagen.




kultursprung

kultur treibt ihre blüten
an unscheinbaren orten
zu ungewöhnlichen zeiten
mit uns menschen

hinter sich lässt sie
tradierte aus- und abgrenzungen
weil der anfang das überlieferte
um des wachsens willen pflegt

der bote ist der geist
der musik, der sprache, des bildes
er zeugt vom dienst der natur
und von der geburt der kultur

traditionen werden zum anfang
ohne recht auf ein ende
und staunend betrachten wir
das hervordrängende

unsere sehnsüchte arbeiten
auf dem feld des gewesenen
und streuen dort samen
der hoffnung

die zeitlose blume begreift
das unendliche
ihr welken kündet von
neuem blühen

Verfasser: KultURsprung - Josef Eibl
Verfasst am: 14.02.2007
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Direkter Link zum Artikel: http://www.lembach-online.at/cgi/showlembach.cgi?id=1789

 

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