Hildegard Schinkinger ist neue Ortsbäuerin

Bauernbundversammlung am 29.11.2001

Am 29.11.2001 fand im Gh. Bruckwirt die Jahreshauptversammlung des Bauernbundes Lembach statt. Diesmal wurden auch – wie alle 6 Jahre – die Funktionäre neu gewählt. Die Wahl aller Funktionäre erfolgte mit überwältigender Mehrheit, da niemand weniger als 31 der abgegebenen 34 Stimmen erhielt. Der Lembacher Bauernbund setzt sich nunmehr wie folgt zusammen:

  • Trautendorfer Johann (Bauernbundobmann)
  • Reiter Leopold (stv. Bauernbundobmann)
  • Fuchs Franz (Kassier)
  • Hofer Wolfgang (Jungbauernobmann)
  • Hofer Franz (Altbauernobmann)
  • Hildegard Schinkinger (Ortsbäuerin)
  • Fuchs Margareta (stv. Ortsbäuerin)
  • Reiter Berta (stv. Ortsbäuerin)

Die Jahreshauptversammlung

In den einleitenden Grußworten unseres Bürgermeisters Herbert Kumpfmüller wurde auf die sehr aktive Lembacher Bauernbund-Ortsgruppe hingewiesen, deren wohl wichtigstes Projekt der letzten Jahre die Errichtung der Biomasse-Energieanlage im heurigen Jahr war. Weiters wurde der langjährige Wunsch der Gemeinde Lembach nach Schaffung eines großen Betriebsbaugebietes (evtl. in Kooperation mit der Gde. Putzleinsdorf) den ca. 40 bis 50 anwesenden Landwirten näher gebracht. Damit dieses Betriebsbaugebiet auch „zukunftssicher“ ist, werden jedoch ca. 30.000 m² dzt. noch landwirtschaftlich genutzter Fläche benötigt. Erste Gespräche im Rahmen der EUREGIO finden Anfang Dezember in Putzleinsdorf statt.

Berichte der Funktionäre

Obmann Johann Trautendorfer gab einen kurzen Rückblick über die Tätigkeiten der Lembacher Bauernbund-Ortsgruppe während der letzten Funktionsperiode. Für Erheiterung sorgte die Aussage des Obmannes, wonach er bzw. der Bauernbund sich im Jahr 1997 auf den Lorbeeren ausgeruht habe. Danach folgte der Bericht des Kassiers Fuchs Franz und die Entlastung des Kassiers durch Kassaprüfer Leo Reiter.

Frieda Hofer legt ihre Funktion als Ortsbäuerin zurück

Die scheidende Ortsbäuerin Frieda Hofer ließ die wichtigsten Stationen seit ihrer Wahl im Juli 1990 Revue passieren. Neben vielen Veranstaltungen (Ausflüge, „Faschingsroas“, etc.) wurde in den Jahren 1992 bis 1997 auch ein Bauernmarkt abgehalten. Außerdem geht sowohl der „Christkindl“-Markt als auch die Aktion „Gesunde Schuljause“ auf eine Initiative der Ortsbäuerinnen unter der Führung von Frieda Hofer zurück. Frieda Hofer übergibt auf jeden Fall eine intakte und sehr aktive Ortsbäuerinnen-Ortsgruppe an ihre Nachfolgerin Hildegard Schinkinger.

Die Jungbauernkalender sind gefragt

Als kleines Abschiedsgeschenk überreichte Bauernbundobmann Johann Trautendorfer der ehem. Ortsbäuerin Frieda Hofer den sinnenfrohen Jungbauernkalender „Girls Edition“. Und damit auch die neue Ortsbäuerin Hildegard Schinkinger etwas über das „neue Landleben“ erfährt, überreichte ihr Bauernbunddirektor Dr. Rosinger ebenfalls einen Jungbauernkalender, diesmal aber in „Men Edition“ – Ausgabe. http://www.jungbauernkalender.at

Vortrag von Bauernbunddirektor Dr. Markus Rosinger

Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag von Dir. Rosinger zum Thema Osterweiterung. Interessanterweise wurde auf dieses Thema während des Vortrags mit keinem Wort eingegangen. Trotzdem war der Vortrag, dessen Thema eher „Landwirte einst, jetzt und in Zukunft“ hätte lauten sollen, sehr kurzweilig und interessant.

In sehr motivierender Form wurden die Leistungen der Bauernschaft in den letzten Jahrzehnten gewürdigt und ein positiver Ausblick für die Zukunft gegeben. Besonderes Lob wurde dem „Österreichischen Weg der Ökosozialen Markt- bzw. Landwirtschaft“ entgegen gebracht, welcher in vielen EU-Staaten (z.B. Deutschland) immer mehr als ein erstrebenswertes und nachahmenswertes Modell für die ganze EU gesehen wird.

Kurz wurde auch auf das sehr wechselhafte Jahr 2001 mit seinem kräftigen Milchpreisanstieg und ebenso kräftigen Rindfleisch-Preisverfall (BSE) eingegangen. Auch die ungute Konzentration von Billa und Spar, die gemeinsam ca. 70 % des österr. Lebensmittelmarktes beherrschen, wurde erwähnt. Dies drückt natürlich indirekt die Preise für die Zulieferer (Genossenschaften) und in letzter Folge natürlich auch die erzielten Verkaufspreise für die Landwirte.

In den Wortmeldungen nach Ende des Hauptvortrages ging Dir. Rosinger dann doch noch auf die EU-Osterweiterung ein, welche er grundsätzlich sehr positiv und eher als Chance für Österreich sieht. Denn die Produktion der osteurop. Landwirte ist in den letzten 12 Jahren um ca. 30 % eingebrochen, wohingegen die Ausfuhren landwirtschaftlicher Produkte in Richtung Oststaaten extrem zugenommen haben.

Richtig ist somit sicherlich die Aussage, dass sowohl der fehlende Qualitätsstandard in den Oststaaten als auch das Nicht-Vorhandensein einer bekannten „Marke“ in den ersten Jahren nach der Öffnung kaum eine Überschwemmung des österr. Marktes mit Ostprodukten zulässt und somit die Bauern wenig zu befürchten haben.

Nicht erwähnt wurde jedoch, dass natürlich die westlichen Konzerne mit ihrer geballten Finanzmacht, ihrem Know-How und dank der dann kräftig fließenden EU-Subventionen die tiefe Kostenbasis dieser Länder nützen werden, um sowohl den Ost- als auch den Westmarkt massiv zu bearbeiten. Auch dürfte eine Verringerung dzt. bestehender EU-Landwirtschafts-Förderungen zugunsten der neuen EU-Mitglieder nur eine Frage der Zeit sein. http://www.ooe.bauernbund.at

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Bäuerinnen Josef REINTHALER Freizeit
Verfasst am: 30.11.2001
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