SONNTAG, am 5. Mai 2024 – Florianimesse

DAS WORT ZUM SONNTAG - Predigt von Pfarrer Maximilian PÜHRINGER


Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben, liebe Feuerwehrkameraden!

Wir feiern euren Patron, er ist auch unser Landespatron, den heiligen Florian. Was ist ein Patron? Warum braucht man einen Patron? Ein Patron ist einerseits ein Vorbild, das zum Nachahmen einlädt. Florian ist ein Vorbild in seinem Überzeugtsein, seinem Mut, seiner Solidarität mit den verfolgten Glaubensgeschwistern in Lorch

FOTONACHWEIS – Hermann Hammer (User:Haneburger), CC0, via Wikimedia Commons

Liebe Brüder und Schwestern
im gemeinsamen Glauben!

Predigt Florianimesse Feuerwehr Oberkappel, Altenhof, Lembach 2024

Florian hat viel erreicht, warum nicht auch wir?

Da dürfen wir uns sagen, wenn Florian so viel zusammenbrachte, warum denn nicht auch ich? Ein Patron ist andererseits einer der drübersteht, der auf uns schaut, der bei Gott für uns eintritt und bittet, der uns spüren lässt, ich bin nicht allein, ich bin nach einer Formulierung des Hebräerbriefes von einer großen “Wolke von Zeugen umgeben.“ Ein Patron schaut auf uns, er schaut auch auf euch Feuerwehrkameraden. Was darf er da nicht alles sehen!? Drei Dinge möchte ich benennen.

Was der Hl. Florian auf unserer Erde sieht

Erstens: Florian sieht Feuerwehreinsätze. Diese sind sehr unterschiedlich. Vom Retten einer Katze, die sich nicht mehr von einem Baum traut und Entfernen von Hornissennestern, über Bergearbeiten bei Verkehrsunfällen und Beseitigung vom Sturmschäden, bis zum Löschen von Bränden und vieles mehr. Einsatz kommt von einsetzen. Ich setzte mich für etwas oder jemanden ein. Ich tue etwas für andere, noch dazu ehrenamtlich, ohne Bezahlung, in meiner Freizeit wohlgemerkt. “Das Ehrenamt“ ist nach Diözesanbischof „Manfred Scheuer der Kitt, der eine Gesellschaft zusammen hält.“ Dieser Kitt hat es heute gar nicht mehr so leicht.

Retten und erlösen ..

Unsere Gesellschaft unterliegt zurzeit vielen Zerreißproben. Und manchmal gibt es dann auch noch Kritik von jenen selbsternannten Sachverständigen, die alles besser wissen. Ich danke für eure vielen Einsätze. Sie wären nicht wegzudenken. Einsatz für die Menschen. Darin besteht auch die Rettungstat und Erlösungstat Jesu, die wir in diesen österlichen Tagen besonders feiern. Jesus hat sich sein ganzes Leben für die Menschen eingesetzt. Wir nennen das mit einem theologischen Wort Proexistenz, existieren für andere. Wo immer wir uns für andere einsetzen verwirklichen wir etwas, was dem Innersten Jesu entspricht, und wohl auch dem Innersten des heiligen Florian. Es geht darum, dass wir uns füreinander einsetzen, vor dem Angesicht des lebendigen Gottes.

Jede/r bei der Feuerwehr braucht laufend Übungen, um wirklich gut helfen zu können

Zweitens: Florian sieht Feuerwehrübungen. Es gibt bei der Feuerwehr heute ein intensives Übungs- und Ausbildungsprogramm, das schon bei den Jungen beginnt. Immer heißt es Üben, Lernen, sich weiterbilden, neue Erkenntnisse sammeln etc. Ein bekanntes Sprichwort lautet Ja: „Lernen ist kein Kleister, doch Übung macht den Meister.“ Zum Üben eine kurze Geschichte,, die ich schon einmal gebracht habe, die aber immer wieder zum Nachdenken anregt.

Gut sein geht nicht von heute auf morgen, man muss es üben ..

Ein Bub namens Jakob, der in der Schule öfters sekkiert wurde, hat sich fest vorgenommen, sich an diesem Tag nicht drausbringen zu lassen, und einfach nur gut zu sein. Er wollte einfach nur gut sein. Lange hat es geklappt. Doch dann ist ihm wieder der Kragen geplatzt. Er hat sich gewehrt und jenen, die ihm so zusetzten, ordentlich die Meinung gesagt. Am Abend war er sehr traurig darüber und hat seiner Großmutter, zu der er ein besonderes Vertrauensverhältnis hatte gesagt: „Oma jetzt wollte ich einfach nur gut sein, doch dann habe ich wieder alles verpatzt.“ Die Oma sagte: „Weißt du, Gutsein geht nicht von heute auf morgen, man muss es üben?“ „Hast du es auch erst üben müssen,“ fragte der Bub zurück. „Ich übe es immer noch,“ sagte die Großmutter, die doch nicht mehr die Allerjüngste war.

Man muss Üben in allen Bereichen, bei der Feuerwehr, und erst Recht muss man üben, wie das funktioniert ein guter Mensch und ein guter Christ zu sein. Auch Florian hat sich ein Leben lang eingeübt in das rechte Menschsein und das rechte Christsein. Dadurch ist er jene Persönlichkeit geworden, die man bis heute kennt. Und genau das ist es, was unsere Gesellschaft und unsere Kirche heute so dringend braucht: Persönlichkeiten.

Nachbesprechung mit Produkten aus der Klosterbrauerei ;-))

Drittens: Florian sieht bei der Feuerwehr auch Nachbesprechungen, gemütliche, gemeinsame Zeit nach Übungen und Einsätzen. Ich durfte auch einmal bei einer dabei sein im Feuerwehrhaus. Es herrscht eine gemütliche Atmosphäre und noch dazu gibt es im Feuerwehrzeughaus Oberkappel auch ein Produkt aus einer Klosterbrauerei nicht weit weg von hier .. (Das sei noch nebenbei erwähnt). Diese Nachbesprechungen stehen im Kontext des Gemütlichen, das den Menschen freut.

Wenn wir nicht zusammenkommen, dann verkommen wir

„Die Seele lebt, worüber sie sich freut,“ sagt der heilige Augustinus. Gemeinsames Zusammensein, versammelt trotz verschiedener Meinungen und Ansichten die Menschen, und bringt sie nicht auseinander. Wenn wir nicht zusammenkommen, dann verkommen wir. Das gilt für jede Form von Gemeinschaft, auch für die Gemeinschaft der Christen und den Sonntag. Wenn wir nicht zusammenkommen, dann verkommen wir. So ein Mensch war auch der heilige Florian. Einer, der mit seinen Glaubensgeschwistern zusammen kommen wollte.

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr!

Florian ist unser Patron. Er schaut auf uns, auf unsere Einsätze, unsere Übungen, unser Zusammensein. Er schaut auf uns immer und überall. Das lädt uns ein zu einem großen Vertrauen und einer großen Zuversicht, wie wir unseren Lebens- und Glaubensweg gehen. Amen.

Ich sage Dir herzlichen Dank für das Lesen meiner Sonntagspredigt. Ich wünsche Dir und Deiner Familie noch einen schönen Sonntag und Gottes Segen für die kommende Woche. Ich segne Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

HERZLICHE EINLADUNG – Die Kirche steht Dir immer offen in Lembach. Wenn Messe ist. Wenn Anbetung ist. Aber genau so auch wenn die Kirche gerade leer ist und du einfach Ruhe finden willst. Ich freue mich immer über Deinen Besuch ..
.. und Jesus ganz sicher auch :)))


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Wort zum Sonntag (G) Pfarre Lembach Religion
Verfasst am: 05.05.2024
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