Sonntag, 30. November 2025 – Advent = Dauerbereitschaft für Gott und Mensch

DAS WORT ZUM SONNTAG - Predigt von Pfarrer Maximilian PÜHRINGER -

„Bereit sein ist alles,“ lautet ein bekannter Slogan. Vom Weg des Herrn, den es zu bereiten gilt, ist im Advent oft die Rede. Dann müssen wir oft so viel erledigen, dass zu Weihnachten alles vorbereitet ist, oft auch nur zweitrangiges.


Predigt von Maximilian PÜHRINGER
für die Pfarren in Oberkappel, Altenhof, Lembach, Neustift

Heutiges Evangelium (siehe weiter unten)

Auch im Herzen bereit sein

Wichtiger ist, dass ich nicht nur vorbereitet bin, sondern im Herzen bereit bin, dass ich innerlich bereit bin für den Herrn, wenn er kommt. Es ist ein Unterschied zwischen vorbereitet sein, und bereit sein. Ich kann für die Feier des Weihnachtsfestes alles vorbereitet haben. Geschenke, Christbaum, Essen, Trinken etc. Aber das heißt nicht, dass ich innerlich bereit bin. Innerlich für den Herrn bereit werden. Darum geht es.

In den Modus „Dauerbereitschaft“ umschalten

Drei Gedanken dazu. Erstens: Dauerbereitschaft. Es gibt verschiedene Berufe, die haben sogenannte Dauerbereitschaft: Polizei, Feuerwehr, Rettung, Ärzte und Pflegepersonal. Auch das Stift Schlägl hat in der Krankenhausseelsorge Dauerbereitschaft. Vierundzwanzig Stunden am Tag in 365 Tagen im Jahr ist immer ein Mitbruder für die Krankenhausseelsorge eingeteilt. Auch ich komme immer wieder einmal dran. Manchmal kann es sein, dass man nicht gebraucht wird, ich bin aber auch schon dreimal an einem Tag gerufen worden. Dauerbereitschaft, wenn der Anruf kommt, ist alles andere zweitrangig. Dauerbereitschaft, ich denke, dass das jene Haltung ist, die uns das heutige Evangelium besonders für die kommenden Wochen des Adventes ans Herz legt.

Wachsam sein ..

Es ist da von der Ankunft des Menschensohnes die Rede. „Von zwei Männern, die auf den Feld arbeiten, wird einer mitgenommen und einer zurückgelassen. Und von zwei Frauen, die an der Ölmühle malen, wird eine mitgenommen, und eine zurückgelassen.“ Das Evangelium zeigt uns hier wirklich drastisch: Ich kann bereit sein, ich kann aber auch nicht bereit sein. Das hat Auswirkungen. Wer bereit ist wird mitgenommen, erfährt Neues. Wer nicht bereit ist, bleibt an derselben Stelle, im alten Trott, erfährt nichts Neues. „Sei wachsam“ sagt Jesus. Vielleicht können wir von den zuerst genannten Bereitschaftsdiensten lernen, dass auch in uns eine Dauerbereitschaft im guten Sinn da sein soll, und dies im ganzen Leben.

.. bedeutet im Glauben wachsen

Zweitens: Bereit sein für Gott. Paulus sagt uns im Römerbrief heute, dass es Zeit ist vom Schlaf aufzustehen. Und er gibt auch den Grund an: „Das Heil ist näher, als zu der Zeit, da wir gläubig wurden.“ „Zu der Zeit, da wir gläubig wurden,“ das hat irgendwann einmal begonnen mit dem Gläubigwerden, in der Kindheit, im Volksschulalter. Da hat das Gläubigwerden begonnen. Wie gesagt, es war der Anfang. Und Paulus ist überzeugt, dass die Christen im Glauben wachsen können, dass sie nicht auf der Stufe stehen bleiben sollen, auf der sie gläubig geworden sind, sondern dass ihr Glaube sich vertiefen muss.

„Er wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg.“
(Heutige Lesung aus Jesaja 2,1-5)

Von der Finsternis zum Licht

Ein Christ muss fortschreiten aus der Nacht zum Tag, von der Finsternis zum Licht. Er meint damit nicht, dass wir Kerzen anzünden oder Lichterketten aufhängen oder strahlende Christbäume aufstellen sollten. Wir sollen vielmehr immer vertrauter werden mit Jesus. Das stärkt unsere Wachsamkeit für das, was zu tun ist und schärft unser Urteil gegenüber Gut und Böse. Und genau dieses Böse ist wie ein Dieb, der sich immer wieder einschleichen will in unser Leben. Jetzt ist die Zeit dafür im Glauben und in der Beziehung zu Jesus zu wachsen. Niemand darf im Glauben auf dem Niveau stehen bleiben, mit dem er aus der Volksschule gekommen ist. Ich fürchte, viele Menschen sind oft bei ihrem kindlichen Gottesbild stehen geblieben, und das taugt halt dann oft nicht viel.

Jetzt ist die Zeit ..

Jetzt ist die Zeit, weiterzugehen, mahnt Paulus am Beginnt des Advent, Fortschritte im Glauben zu machen durch Nüchternheit, Wachsamkeit und Verfügbarkeit. Advent kann zum Aufbruch im Glauben werden. Deshalb ist es höchste Zeit vom Schlaf aufzustehen, denn jetzt ist Gott uns näher als wir noch als Kinder zu glauben angefangen haben. Aber das geht nicht ohne dass wir Zeit dafür investieren, Adventzeit investieren. Drittens: Bereit sein für den Menschen.

„ .. was ihr für den geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan“

In diesem Jahr begleitet uns das Matthäusevangelium. Dieser Evangelist hat als Symbol den Menschen. Grund ist, weil am Anfang der Stammbaum Jesu steht, seine menschliche Abstammung. Aber Matthäus stellt immer wieder den Menschen vor uns hin, besonders bei den Seligpreisungen seiner Bergpredigt. Oder dann findet sich bei ihm auch das Wort, „was ihr für einen meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan.“ Vielleicht ist das eine gute Motivation. Alles, was wir an Gutem für die Menschen tun, das tun wir für Jesus. Am konkretesten formuliert die Ankunft Jesu der Evangelist Matthäus: wenn immer ein Mensch, der in Not ist und Hilfe braucht, vor deiner Tür steht, dann steht Jesus an der Tür. Dann steht er da und du entscheidest, ob du dir den Schlaf aus den Augen reibst und ihn einlässt, oder ob du ihn wegschickst mit welcher Begründung auch immer und ob du damit die Stunde der Ankunft Jesu versäumst.

Menschen in Not helfen

Christen sollen nicht länger auf den einen warten, der auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit kommt, sondern dem die Tür öffnen, der ihre Hilfe braucht, nachzulesen im Kapitel 25 das der heutigen Textstelle im Evangelium folgt. Vielleicht haben wir im Advent etwas mehr Möglichkeit für den Menschen bereiter zu werden. Auch, ob und wie man bereit ist, etwas für wirklich gute Zwecke zu spenden, hängt damit zusammen. Unser Spendenverhalten ist oft sehr berechnend, und sicher nicht so, dass wir uns wie die arme Witwe im Evangelium selber in die Waagschale werfen, sondern eher nur etwas von unserem Überfluss geben.

Liebe Brüder und Schwestern!

Innerlich ein wenig bereiter werden. Advent ist Bereitungszeit. Es geht wohl um eine Dauerbereitschaft im guten Sinn für Gott und den Menschen. „Wir sagen euch an eine heilige Zeit, machet dem Herrn die Wege bereit.“ Ob es eine heilige Zeit wird, liegt an unserer Bereitschaft. Amen

ENDE DER PREDIGT VON PFARRER MAXIMILIAN PÜHRINGER


Bild zum heutigen Evangelium

© FPP

„Wie die Menschen in jenen Tagen vor der Flut aßen und tranken, heirateten und sich heiraten ließen, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein“ (aus Matthäus 24, 37–44)


Aus der Bibel im heutigen Sonntags-Evangelium


Evangelium
Matthäus 24, 37–44

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie es in den Tagen des Noah war, so wird die Ankunft des Menschensohnes sein.

Wie die Menschen in jenen Tagen vor der Flut aßen und tranken, heirateten und sich heiraten ließen, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein.

Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, einer mitgenommen und einer zurückgelassen. Und von zwei Frauen, die an derselben Mühle mahlen, wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.

Bedenkt dies: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.

Bildnachweis: FPP AI


Ich sage Dir herzlichen Dank für das Lesen meiner Sonntagspredigt. Ich wünsche Dir und Deiner Familie noch einen schönen Sonntag und Gottes Segen für die kommende Woche. Ich segne Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

HERZLICHE EINLADUNG – Die Kirche steht Dir immer offen in Lembach. Wenn Messe ist. Wenn Anbetung ist. Aber genau so auch wenn die Kirche gerade leer ist und du einfach Ruhe finden willst. Ich freue mich immer über Deinen Besuch ..
.. und Jesus ganz sicher auch :)))


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Verfasst am: 30.11.2025
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