
Sonntag, 18. Jänner 2026 – Der „Gottesknecht“ ist heutzutage eine seltsame Bezeichnung ..
DAS WORT ZUM SONNTAG - Predigt von Pfarrer Maximilian PÜHRINGER -
Beim Propheten Jesaja haben wir heute in der Lesung von einem „Gottesknecht“ gehört. Was hat es mit dieser Gestalt auf sich? Für was steht dieser Gottesknecht? Um wen handelt es sich hier. Wir dürfen heute versuchen dem Ganzen nachzuspüren.
Predigt von Maximilian PÜHRINGER
für die Pfarren in Oberkappel, Altenhof, Lembach, Neustift
Heutiges Evangelium (siehe weiter unten)
Knecht hat heute eine ganz andere Bedeutung
Erstens: Gottesknecht bedeutet Gottesbeziehung. Das Wort Knecht ist bei uns ja eher negativ besetzt. Wir denken da vielleicht an die Dienstboten auf den Bauernhäusern, die lediglich um Kost und Logie gearbeitet haben und wenig zu lachen hatten. Ein Knecht arbeitete nicht selbstbestimmt. Er war abhängig von seinem Herrn. In der Antike war das anders. Da war Knecht mittunter ein Ehrentitel. Mit dem Knecht des Königs konnte der engste Mitarbeiter gemeint sein. Er war dann nicht bloß ein Dienstbote, sondern ein enger Vertrauter des Königs. Und in diese Richtung geht auch der Gottesknecht im Alten Testament. Der Gottesknecht ist jemand der ganz eng vertraut ist mit Gott.
Ein Knecht hat immer besondere Aufgaben
Es gibt im Buch Jesaja vier Lieder, vier Beschreibungen dieses Gottesknechtes. Sie stellen heraus, dass dieser Gottesknecht offenbar nichts Besonderes vorzuweisen hat. Er besitzt keine besonderen Fähigkeiten, Kräfte und keine besondere Schönheit. Der heutige Abschnitt betont nur die besondere Nähe zu Gott „vom Mutterleib an“ sogar. Der Gottesknecht ist eher ein Antiheld als ein Held. Aber etwas wiegt, seine enge Beziehung zu Gott. Die kann ein Vorbild sein und die Frage, wie eng meine Gottverbundenheit ist. Der Gottesknecht hat eine Aufgabe. Er erinnert an Gott. Als Jesaja auftrat litt das Volk unter Heimatlosigkeit im babylonischen Konzil.
Gott möchte die Menschen zusammenführen
Hier erinnert der Gottesknecht an die Treue Gottes. Gott sammelt, Gott führt heim, Gott möchte bei den Menschen sein und sie neu versammeln. Versammeln, zusammenführen, daran erinnert uns der Gottesknecht. Und vielleicht brauchen wir in einer Zeit, in der die auseinanderstrebenden Kräfte in Welt, Kirche und Gesellschaft immer größer werden diese Botschaft ganz dringend. Das ist die Aufgabe des Gottesknechtes, die Kraft der Sammlung. Und da braucht es gar nicht mehr viel dazu zu sagen. Drittens: Jesus der Gottesknecht. Schon früh haben die Christen im Gottesknecht Schicksal und Auftrag Jesu gesehen. Jesus ist der endgültige Gottesknecht, ganz verbunden mit dem Vater. Er ist das Licht der Nationen, damit das Heil bis an das Ende der Erde reichen kann. Auf ihn ruht der Geist Gottes. Johannes nennt ihn heute sogar Lamm Gottes.
Wer ist Jesus ganz persönlich für uns
Mir gefällt es, dass die Evangelisten immer wieder auf das Alte Testament zurückgreifen, es sogar in Jesus immer wieder erfüllt sehen. Mir zeigt es, dass sie die Frage „wer ist dieser Jesus,“ immer wieder beschäftigt, ja sogar sehr intensiv beschäftigt hat. Ganz egal, wie wir sagen, ob Gottesknecht, Lamm Gottes, oder welche Titel wir für Jesus haben, wenn uns ganz persönlich die Frage beschäftigt, wer dieser Jesus für mich ist, dann ist das auch schon genug. Und dann kann ich heute auch schon zum Amen kommen.
Amen.
ENDE DER PREDIGT VON PFARRER MAXIMILIAN PÜHRINGER
Aus der Bibel im heutigen Sonntags-Evangelium

Evangelium
Johannes 1,29–34
Auf wen du den Geist herabkommen und auf ihm bleiben siehst, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft
In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt! Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, damit er Israel offenbart wird.
Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen und auf ihm bleiben siehst, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes.
Bildnachweis: FPP AI
Ich sage Dir herzlichen Dank für das Lesen meiner Sonntagspredigt. Ich wünsche Dir und Deiner Familie noch einen schönen Sonntag und Gottes Segen für die kommende Woche. Ich segne Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

HERZLICHE EINLADUNG – Die Kirche steht Dir immer offen in Lembach. Wenn Messe ist. Wenn Anbetung ist. Aber genau so auch wenn die Kirche gerade leer ist und du einfach Ruhe finden willst. Ich freue mich immer über Deinen Besuch ..
.. und Jesus ganz sicher auch :)))
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