
Montag, 2. Februar 2026 – Maria Lichtmess – „Heute Abend bekomme ich Besuch, mal schauen, ob ich daheim bin ..“
DAS WORT ZUM SONNTAG - Predigt von Pfarrer Maximilian PÜHRINGER plus Bauernregeln für Maria Lichtmess
Viele Details stecken im heutigen Festtagsevangelium. Wir wollen heute einmal auf Simeon und Hanna schauen, diese alten Menschen, die am Ende ihres Lebens zur Begegnung ihres Lebens geführt werden.
Predigt von Maximilian PÜHRINGER
für die Pfarren in Oberkappel, Altenhof, Lembach, Neustift
Heutiges Evangelium (siehe weiter unten)
Jemand muss zu Hause sein
Ein Satz von Silja Walter, einer Dichterin und Ordensfrau scheint mir dafür sehr geeignet. Er lautet: „Jemand muss zuhause sein, Herr, wenn du kommst, jemand muss dich erwarten,…, jemand muss nach dir Ausschau halten. Wer weiß, wann du kommst?“ Drei Gedanken dazu. Erstens: „Jemand muss zuhause sein.“ Ja, Simeon und Hanna hatten im Tempel ein Stück weit Heimat gefunden, Glaubensheimat. Sie waren sehr viel dort, von Hanna heißt es sogar, dass sie Tag und Nacht dort war um Gott zu dienen. Für die beiden war es normal dort zu sein, und dort, wo man normal lebt und glaubt, da findet man ein Zuhause. So waren beide im Geheimnis Gottes daheim und genau das ist es, dass wir in Gott leben.
Was ist der Brauch zu „Maria Lichtmess“?
Am 40. Tag nach Jesu Geburt ist Mariä Lichtmess. Das ist der 02. Februar. Ein weit verbreiteter Brauch zu Lichtmess sind Lichterprozessionen und das Weihen von Kerzen. Bis 1912 war der 2. Februar sogar offizieller katholischer Feiertag. Kerzen sind an Lichtmess wichtig: Weil herunter tropfendes Wachs als Segen gilt, flackerten zu Maria Lichtmess früher auch Kerzen auf den Balkonen der Häuser.
Die Gottesaktien verlieren niemals an Wert
„Qui credidt vivit – wer glaubt lebt,“ war der Wahlspruch unseres emeritierten Abtes Martin. Im Geheimnis daheim zu sein ermöglicht ein Leben mit Sinn, es schenkt uns ein Guthaben, das niemals aufgezehrt ist und auch nicht an Wert verliert. Die Gottesaktien, die Glaubensanleihen verlieren niemals ihren Wert. Es ist das größte Guthaben in Gott daheim zu sein. Das waren Simeon und Hanna, deshalb waren sie bereit für den Messias. Und so ist es wichtig, dass auch wir ganz einfach daheim sind. Denken wir hier an das bekannte Wort von Karl Valentin: „Heute am Abend bekomme ich Besuch, mal schauen, ob ich daheim bin.“
Jemand muss dich erwarten
Zweitens: „Jemand muss dich erwarten.“ Erwartung. Das hat sie Simeon und Hanna ausgemacht. Sie haben gewartet und erwartet. Und das nicht nur ein paar Stunden oder Tage, sondern ihr ganzes Leben lang. Sie haben gespürt, da kommt noch etwas, oder das Beste kommt erst. Sie haben gewartet auf die Begegnung ihres Lebens. Und jetzt werden sie zu dieser Begegnung geführt. Im Evangelium sehen wir die minutiöse Zeitplanung des Heiligen Geistes. Gerade in dem Augenblick, als die Eltern das Kind hereinbrachten, wird Simeon vom Geist Gottes in den Tempel geführt. Und jetzt kommt das Entscheidende ihres Lebens, die Begegnung mit Gott in diesem Kind. Wir leben in einer Zeit, die sich schwer tut mit dem Warten. Wir sind gewohnt immer alles gleich haben zu können und haben zu wollen. Wir sind das Warten nicht gewöhnt, weil wir eher gleich selber Hand anlegen. Und trotzdem ist es wichtig wie Simeon und Hanna auf die Erlösung zu warten bis zum Ende. Menschen in der Mitte des Lebens stellen sich die Frage, was denn noch groß kommen kann. Wir finden uns in einem Lebensnetz wieder, in dem die meisten Verbindungen fest verknüpft sind. Lebensnetze halten, aber sie können auch einengen.
Bauernregeln zu Lichtmess
Die bekannteste Bauernregel zu Mariä Lichtmess (2. Februar) besagt: „Ist’s zu Lichtmess mild und rein, wird’s ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit“. Sonniges Wetter am 2. Februar deutet demnach auf einen späten Wintereinbruch hin. Lichtmess gilt als wichtiger Lostag, der das Ende des Weihnachtsfestkreises und traditionell den Beginn des neuen Bauernjahres markiert. Weitere Regeln für diesen Lostag.
- „Ist Lichtmess trüb, ist das dem Bauern lieb“.
- „Gibt’s an Lichtmess Sonnenschein, wird es ein spätes Frühjahr sein“.
- „Lichtmess – spinn vergess, ’s Radl hinter die Tür, die Hacke hierfür!“ (Bezug auf das Ende der Spinnstubenzeit und den Beginn der Feldarbeit).
Menschsein ist kein Zufall, sondern Gewolltsein
Alles ist relativ – alles ist bezogen und verbunden. Es gibt kein Entrinnen, wir sind immer gesehen. Eine Vorstellung, die eher verunsichert. Aber: wir sind auch geborgen in allem, was ist. Es stellt sich dann auch die Frage, ob wir es wagen, aus dem „Bestehenden“ auszusteigen und uns im Glauben in eine andere Dimension vorwagen. Menschen, die glauben, gelten als widerstandsfähiger. Sie können Lebenskrisen besser bestehen, weil sie ihre Seele verankert haben. Weltliche Lebensversicherungen sind immer endlich und begrenzt. Der Ausstieg aus dem vermeintlich „Wirklichen“ hin zu einem größeren Netzwerk kann das Leben erleichtern. Erlösung ist dieses Loslassen auf etwas Größeres hin. Es ist eine lebenslange Übung. Viele kleine Schritte und Übungen reichern das Vertrauen an, dass hinter allem etwas wartet, auf das hin wir loslassen dürfen. Menschsein ist nicht Zufall, sondern Gewolltsein. Wer sich das im wahrsten Sinn des Wortes „erlebt“, der gestaltet sein Leben als Wartender.
Dabei ist das Ziel des Lebens nicht etwa ein immer enger werdender Tunnel, sondern die Erfahrung von Größe und einer Weite, die das Materielle nicht leisten kann. Leben ist Übung. Warten in seinen verschiedenen Dimensionen ist keine Zeitverschwendung, sondern Übung, ins Wesentliche zu kommen. Dieses Warten haben uns Simeon und Hanna quasi vor geübt.
Jemand muss nach dir Ausschau halten
Drittens: „Jemand muss nach dir Ausschau halten.“ Ausschau halten ist die Haltung, dass ich ganz sicher mit jemanden rechne in meinem Leben. Ausschau halten nach Gott bedeutet, dass ich mit Gott rechne in meinem Leben. Mit Gott die große Rechnung, aber auch die kleinen Rechnungen meines Lebens, machen genau das ist es. „Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel des Herrn, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht er kommt.“ Vielleicht haben Simeon und Hanna diese Wortes Maleachis, die wir in der Lesung gehört haben gekannt. Vielleicht waren sie für die beiden Ansporn und Motivation zum Ausschauhalten. Jedenfalls hat sich das Ausschauhalten gelohnt. Er ist gekommen, ganz anders als erwartet. Maria legt ihn in die Arme Simeons und er gibt ihn dann seiner Mutter zurück. Jesus Geben und Zurückgeben, das ist ein Christusteam zu dem man unbedingt dazugehören sollte. Freilich, damit das gelingt müssen wir weiterhin noch Ausschauhalten, viel Ausschauhalten nach ihm. Aber wir haben die Zuversicht und Gewissheit: Er kommt, Gott ist immer im Kommen.
Liebe Brüder und Schwestern!
„Jemand muss zuhause sein, Herr, wenn du kommst, jemand muss dich erwarten, .. jemand muss nach dir Ausschau halten. Wer weiß, wann du kommst?“ Das haben Simeon und Hanna getan. So wurden sie zur Begegnung ihres Lebens geführt. Wir dürfen in diesem Sinne weiter tun: Zuhause sein, Warten, Ausschauhalten. Das ist der Dreiklang, der zur Begegnung des Lebens führt. Amen.
ENDE DER PREDIGT VON PFARRER MAXIMILIAN PÜHRINGER
Aus der Bibel im heutigen Sonntags-Evangelium

Sonntags-Evangelium
Matthäus 5,1–12a
Die Bergpredigt Jesu
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.
Bildnachweis: FPP AI
Ich sage Dir herzlichen Dank für das Lesen meiner Sonntagspredigt. Ich wünsche Dir und Deiner Familie noch einen schönen Sonntag und Gottes Segen für die kommende Woche. Ich segne Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

HERZLICHE EINLADUNG – Die Kirche steht Dir immer offen in Lembach. Wenn Messe ist. Wenn Anbetung ist. Aber genau so auch wenn die Kirche gerade leer ist und du einfach Ruhe finden willst. Ich freue mich immer über Deinen Besuch ..
.. und Jesus ganz sicher auch :)))
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