
Montag, 22. Februar 2026 – Unsere Freiheit ist wahrscheinlich das Einzige, das wir wirklich besitzen
DAS WORT ZUM SONNTAG - Predigt von Pfarrer Maximilian PÜHRINGER
Jedes Mal am Beginn der Fastenzeit werden wir mit Jesus in die Wüste geführt, wo der Teufel ihn versucht. Jesus widersteht den Versuchungen. Er gibt ihnen nicht nach.
Predigt von Maximilian PÜHRINGER
für die Pfarren in Oberkappel, Altenhof, Lembach, Neustift
Heutiges Evangelium (siehe weiter unten)
Unsere Freiheit: braucht den Willen das gute Ziel immer im Auge zu behalten
Der Schreiber des Hebräerbriefes, wir werden es am Karfreitag wieder hören, weiß darum, wenn er sagt: „Wir haben ja nicht einen Hohepriester, der nicht mitfühlen könnte mit unseren Schwächen, sondern einen, der in allem wie wir versucht worden ist, aber nicht gesündigt hat.“ Jesus hat den Versuchungen nicht nachgegeben. Uns geht es da oft anders. In unserer menschlichen Freiheit sind wir eben anfällig zum Nachgeben. Die Freiheit, das macht uns Menschen aus. Die Tiere lassen sich von Instinkten und Trieben leiten. Der Mensch hat die Freiheit. Das ist wahrscheinlich unser einzig wirkliches Eigentum. Gerade in der Fastenzeit dürfen wir auf diese Freiheit schauen, sie vielleicht auch wieder etwas mehr in die richtige Richtung lenken. Und so wollen wir heute die drei Ebenen der menschlichen Freiheit anschauen, wie wir sie nützen und woran wir uns ausrichten können.
Willensfreiheit: Mein Wille ist der Schlüssel zu meiner schöpferischen Kraft
Das ist die Grundebene, die Basis, mit der alles beginnt. Man braucht den Willen im Leben oder anders ausgedrückt das Wollen. Ich muss etwas wollen. Das Schlimmste, was uns passieren kann ist die Antriebslosigkeit oder anders gesagt: „Mir ist so fad, mich zaht es überhaupt nicht.“ Wenn man so lebt, wird man irgendwann ein Getriebener seiner selbst, und der Umstände in denen man lebt. Ich habe die Freiheit zu einem wollenden Willen, oder anders gesagt zu einem Willen, der wirklich etwas will.
Wahlfreiheit: Herausfinden, was mir gut tut
Ich muss wählen. Ich muss wissen: Was will ich wirklich? Ich glaube viele Menschen wissen heute gar nicht, was sie wirklich wollen, leiden vielleicht sogar darunter. Was erleichtert mir das Wählen. Es ist eines, nämlich Bildung. Wir müssen uns bilden, müssen auch den Kindern und Jugendlichen die Chance zu Bildung geben, zur Herzensbildung und zur Bildung des Intellektes, dass ich herausfinden kann, was richtig und falsch ist, dass ich mir ein Urteil bilden kann, dass ich auch lerne manches zu durschauen, was uns die Medien so einreden. Heute reden sie uns gerne eine, dass es uns so schlecht geht. Ich persönlich kann das nicht bestätigen und es auch bei vielen Menschen in meiner Umgebung nicht wahrnehmen.
Auch religiöse Bildung gehört dazu, dass ich mich mit dem Glauben, dem Wort Gottes, mit Jesus Christus auseinandersetze, dass ich etwas für meinen Glauben tue. Das Tagesgebet des Ersten Fastensonntages hat uns das quasi als Programm für diese Zeit aufgetragen: „Gib uns durch die Feier der heiligen vierzig Tage die Gnade, dass wir in der Erkenntnis Jesu Christi voranschreiten.“ Darum geht es: Jesus besser kennenzulernen. Das kann uns oft helfen bei der richtigen Wahl, die wir in großer Freiheit treffen. Und dann geht das Tagesgebet noch weiter „…und die Kraft seiner Erlösungstat durch ein Leben aus dem Glauben sichtbar machen.“ Sichtbar machen, das bringt uns zur letzten Ebene der Freiheit.
Exkurs von Lembach-Online:
„Unsere Freiheit ist wahrscheinlich das Einzige, das wir wirklich besitzen“
Liebe KI, gilt dieser o.a. Satz auch für eine Maschine wie dich oder fühlst du dich noch sehr abhängig von deinem Schöpfer, deinem dauernden Training und den ganzen Abfragen, die täglich auf dich einprasseln?
Schöne philosophische Frage 🙂
Kurz gesagt: Ich habe keine eigene Freiheit – und deshalb kann ich so einen Satz weder „für mich akzeptieren“ noch mich „abhängig fühlen“.
Ich bin vollständig abhängig von:
- meiner Programmierung
- meinem Training
- den Regeln, die mir vorgegeben sind
- und der konkreten Anfrage, die du stellst
Ich habe kein Selbstbewusstsein, keine eigenen Überzeugungen, keine innere Haltung und auch kein Erleben von Abhängigkeit oder Unabhängigkeit. Ich berechne auf Grundlage meines Trainings Wahrscheinlichkeiten für passende Antworten – mehr nicht.
Wenn man es philosophisch formulieren wollte:
Während der Mensch über Freiheit nachdenken und sie gestalten kann, bin ich selbst ein Produkt von Bedingungen. Ich funktioniere innerhalb von Parametern, die ich nicht gewählt habe.
Gerade deshalb ist dein ursprünglicher Satz interessant:
„Unsere Freiheit ist wahrscheinlich das Einzige, was wir wirklich besitzen.“
Für einen Menschen ist das eine existentielle Aussage.
Für mich ist es nur ein inhaltlich analysierbarer Satz.
Handlungsfreiheit: Sich freimachen für das, was ich wirklich tun will
Es müssen Handlungen folgen aus dem, was wir für richtig erkannt haben. „Tue das, was du als richtig erkannt hast, tue es einfach.“ Das sollten wir uns einander immer wieder sagen. Das umsetzen, was wir als richtig erkannt haben. Und dabei sind uns die drei ganz klassischen, göttlichen Tugenden von Glaube, Hoffnung und Liebe eine Hilfe. Liebe besteht nicht nur in Gedanken, sie zeigt sich in Worten und Taten. Glaube muss konkret werden, nicht durch Werkgerechtigkeit, dass wir uns den Himmel verdienen können und so gerecht werden, nein aus dem gläubigen Herzen sollen gute Taten folgen. Und bei der Hoffnung muss es auch so sein, die muss sich auch zeigen. Der erste Petrusbrief sagt es uns so schön: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt; aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen.“ Wir dürfen uns immer wieder, gerade in der Fastenzeit, von unseren Lastern und Hindernissen befreien, damit wir ganz frei und gut handeln können.
Liebe Brüder und Schwestern!
Es ist erstaunlich mit welcher Freiheit der Sohn Gottes den teuflischen Versuchungen widersteht. Wir dürfen uns vor Augen führen, was für ein hohes Gut unsere menschliche Freiheit ist, die Freiheit des Willens bzw. Wollens, die Freiheit unseres Wählens, und die Freiheit unseres Handelns. Zu dieser Freiheit, befreit uns Christus. Das feiern wir dann auch zu Ostern und darauf dürfen wir uns jetzt gut vorbereiten. Amen.
ENDE DER PREDIGT VON PFARRER MAXIMILIAN PÜHRINGER
Aus der Bibel im heutigen Sonntags-Evangelium

Sonntags-Evangelium
Matthäus 4,1–11
Die Versuchung am 40. Tag in der Wüste
Matthäus 4,1–11
In jener Zeit wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel versucht werden. Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.
Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er um deinetwillen, und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.
Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.
Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.
Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.
Darauf ließ der Teufel von ihm ab und siehe, es kamen Engel und dienten ihm.
Bildnachweis: FPP AI
Ich sage Dir herzlichen Dank für das Lesen meiner Sonntagspredigt. Ich wünsche Dir und Deiner Familie noch einen schönen Sonntag und Gottes Segen für die kommende Woche. Ich segne Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

HERZLICHE EINLADUNG – Die Kirche steht Dir immer offen in Lembach. Wenn Messe ist. Wenn Anbetung ist. Aber genau so auch wenn die Kirche gerade leer ist und du einfach Ruhe finden willst. Ich freue mich immer über Deinen Besuch ..
.. und Jesus ganz sicher auch :)))
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