Montag, 8. März 2026 – Es gibt jemand, der sich immer liebevoll für uns interessiert und das Gute für uns will

DAS WORT ZUM SONNTAG - Predigt von Pfarrer Maximilian PÜHRINGER

Nach der Wüste und dem Berg Tabor geht es heute wieder an einen anderen Ort, den Jakobsbrunnen, der in Sychar, Samarien, für gläubige Juden heidnisches Gebiet und quasi Ausland, liegt.


Predigt von Maximilian PÜHRINGER
für die Pfarren in Oberkappel, Altenhof, Lembach, Neustift

Heutiges Evangelium (siehe weiter unten)

Eine ausländische Frau interessiert sich für Jesus

Und dort wird eine ausländische Frau neugierig auf Jesus und kommt nach diesen langen Gesprächen (siehe heutiges Evangelium weiter unten), in denen immer wieder aneinander vorbeigeredet wird, nach und nach zum Glauben an ihn. Und aufgrund ihrer Worte und ihres Glaubens kamen viele Samariter zum Glauben an ihn. Da hat sich wohl im Gottesbild manches getan. Da haben sie wohl kapiert, dass dieser Jesus den eigentlichen Durst des Lebens stillen kann. So dürfen wir uns auch an den Brunnen setzen und einfach ein wenig nachdenken. Drei Gedanken sind mir gekommen.

Wer ist dieser Jesus?

Erstens: Wer ist Jesus Christus wirklich? Das ist die Frage, ist er ein begnadeter Prophet, ein Wunderheiler, ein Wanderprediger mit tollen Gleichnissen? Ist er ein besonderer Mensch, ein neuer Mose, ein starker Kritiker seines Volkes? Nach unserem Glauben ist er wahrer Gott und Mensch. Das scheint jetzt als Formel so dahingesagt, aber es ist einfach heruntergebrochen: Der wahre Gott ist ein wirklicher Mensch geworden, um so ein totaler Gott mit uns zu sein. Jesus Christus ist ein Gott mit uns und für uns, ein Gott auf Augenhöhe, ein Gott, der das Leben mit uns teilt. Der Gott mit uns ist ein Gott für uns. Das kann uns am Gründonnerstag wieder neu bewusst werden: „Mein Leib für euch gegeben,….mein Blut für euch vergossen.“ Ein Gott mit uns und für uns kommt uns vielleicht näher und ist uns realer, als ein Gott der oben in seinem Himmel bleibt, oder wie wir seinen Bereich eben nennen.

Welches Bild von Gott habe ich in meinem Herzen?

Zweitens: Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, Gott mit und für uns, da geht es jetzt nicht nur darum, dass wir eine passende Formulierung haben und die Dogmatik stimmt. Es ist die ganz persönliche Frage nach dem eigenen Gottesbild. Welches Bild von Gott habe ich in meinem Herzen. Es reicht nicht aus bloß ein Bild von Gott im Verstand zu haben, nein das Gottesbild muss in meinem Herzen sein? Auch im Gottesbild der Frau und der anderen Samariter hat sich etwas getan. Juden und Samaritar hatten zwar ein ähnliches Gottesbild, aber es gab Unterschiede. Es hat sich etwas getan, sonst hätten sie nicht zum Glauben an ihn kommen können. Und da lege ich mir selber und uns allen einfach nahe, dass wir uns Jesus Christus zum Gottesbild nehmen. Nehmen wir uns das ganze einmal so vor und lassen wir es für uns noch konkreter werden:

Warum bauen wir, warum baut die Welt immer so eine große Distanz zu Jesus auf?

Drittens: Einfach hinschauen auf Jesus und das Ganze ausprobieren. Wie sehe ich diesen Jesus ganz konkret für mich. Ist, wie dieser Jesus reagiert, ein Gott für mich? Ist dieser Jesus, wie er handelt ein Gott für mich? Ist, wie dieser Jesus lebt, ein Gott für mich? Ist wie dieser Jesus mit der Frau am Jakobsbrunnen redet und umgeht, ein Gott für mich, der zumindest nach und nach den Durst meines Lebens stillen kann? Ist dieser Jesus, wie wir ihn sehen eine Hilfe um zu wissen, wie es Gott mit uns meint? Für mich ist er so eine Hilfe, eine Hilfe, und das sollten wir immer, wirklich immer mitdenken, dass er es gut mit uns meint. Er meint es gut mit uns und möchte uns klar machen, dass wir gut miteinander umgehen. Paulus sagt heute im Römerbrief das Wort: „Gerecht gemacht aus dem Glauben, haben wir Frieden mit Gott, durch unseren Herrn Jesus Christus.“

Ein Gott, der es ausschließlich und immer gut mit uns meint

Ja, wer an einen solchen Gott glauben kann, der es gut mit uns meint, wird gerecht und findet Frieden, bereits in dieser Zeit und erst recht in Ewigkeit. An dann dürfen wir uns fragen, warum bauen wir oft so eine Distanz zu ihm auf, obwohl er es doch so gut mit uns meint. Schaue auf Jesus Christus. Er ist der Schlüssel des Herzens. Er vermag unser Herz zu öffnen für Gott, wie er es bei der Frau am Jakobsbrunnen, die freilich ihre Geschichte und Geschichten hatte, wie er es bei den Samaritanern und bei vielen anderen Menschen konnte, bis heute, ja davon dürfen wir überzeugt sein, bis heute. So ist er für uns Geschenk, Gabe lebendigen Wassers. Aber jedes Geschenk und jede Gabe ist auch eine Aufgabe für uns. Dieser Aufgabe dürfen wir in der Fastenzeit ein wenig mehr nachspüren und sie etwas intensiver leben.

Liebe Brüder und Schwestern!

Ich hoffe, dass uns das Verweilen am Jakobsbrunnen ein wenig helfen kann. Dass wir nachdenken, wer dieser Jesus Christus im Glauben der Kirche ist, wer er für mich persönlich ist und, dass wir gut auf ihn hinschauen und das Leben mit ihm wagen, das Leben, das uns vom ihm als Gabe geschenkt und als Aufgabe gegeben ist. Amen.

ENDE DER PREDIGT VON PFARRER MAXIMILIAN PÜHRINGER


Aus der Bibel im heutigen Sonntags-Evangelium


Sonntags-Evangelium
Johannes 4,5–15.19b–26.39a.40–42 (Langfassung: Joh 4,5–42)

In jener Zeit kam Jesus zu einer Stadt in Samarien, die Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die Samariterin sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um etwas zu trinken bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern.

Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.

Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden?

Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt.

Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen! Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss.

Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.

Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der Christus heißt. Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden.

Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, der mit dir spricht. 

Aus jener Stadt kamen viele Samariter zum Glauben an Jesus. Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte. Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Rede glauben wir, denn wir haben selbst gehört und wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.

Bildnachweis: FPP AI


Ich sage Dir herzlichen Dank für das Lesen meiner Sonntagspredigt. Ich wünsche Dir und Deiner Familie noch einen schönen Sonntag und Gottes Segen für die kommende Woche. Ich segne Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

HERZLICHE EINLADUNG – Die Kirche steht Dir immer offen in Lembach. Wenn Messe ist. Wenn Anbetung ist. Aber genau so auch wenn die Kirche gerade leer ist und du einfach Ruhe finden willst. Ich freue mich immer über Deinen Besuch ..
.. und Jesus ganz sicher auch :)))


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Verfasst am: 08.03.2026
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