
Sonntag, 22. März 2026 – Mit Gottes Segen in eine gute Zukunft
DAS WORT ZUM SONNTAG - Predigt von Pfarrer Maximilian PÜHRINGER
In weniger als zwei Wochen, am Karfreitag werden die Kreuze in unseren Kirchen enthüllt, und das Kreuz des Herrn auf Golgatha neu aufgerichtet. Am Ort des Todes wächst neues Leben. So wird das Kreuz zum Segenszeichen.
Predigt von Maximilian PÜHRINGER
für die Pfarren in Oberkappel, Altenhof, Lembach, Neustift
Heutiges Evangelium (siehe weiter unten)
Kreuz als Segenszeichen
Mit dem heutigen Sonntag rückt das Kreuz in den Mittelpunkt. In den Schrifttexten der Wochentage läuft alles auf den Prozess Jesu und sein Leiden zu. Am Kreuz stirbt er. Es ist der Ort seines Todes. Aber im Licht seiner Auferstehung wird das Kreuz zu einem Ort der Hoffnung zu einem Zeichen des Segens. Vom Kreuz geht Segen aus, bis heute. So verwenden wir es auch, als Segenszeichen. Die Messe haben wir damit begonnen und werden sie auch wieder damit beenden. Und über das Kreuz als Segenszeichen, das wir immer „im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des Heiligen Geistes“ sprechen, möchte ich heute nachdenken. Es ist für mich nämlich ein Segenszeichen, das die ganze menschliche Zeit umfasst: Unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart und unsere Zukunft. In diesem Sinn dürfen wir darüber nachdenken.
„Wir können nie tiefer fallen als in die Hände des großen und barmherzigen Gottes und dort ist es gut sein.“
Ich segne dich
im Namen des Vaters
Erstens: Im Namen des Vaters. Dem Vater verdanken wir die Vergangenheit, unsere ganze bisherige Lebensgeschichte. Und genau diese Vergangenheit, diese Lebensgeschichte, wie sie war und wie sie ist, dürfen wir immer wieder voll Vertrauen in seine Hände legen. Ich denke viele von uns kennen den Satz: „Wir können nie tiefer fallen als in die Hände des großen und barmherzigen Gottes und dort ist es gut sein.“ Das ist die Geschichte verloren Sohn, die in die Fastenzeit so gut passt. Es ist unsere Geschichte, die Geschichte von Reue und Neuanfang. Wie oft im Leben haben wir schon etwas bereut, auch wenn wir es nicht immer so klar ausgesprochen haben, aber das Gefühl war im Herzen daraus ist ein Neuanfang geworden. Reue ist etwas Wichtiges. Früher hat man die Unterscheidung von Liebesreue und Furchtreue gehabt. Man bereut aus Liebe zu Gott oder aus Furcht vor ihm. Diese Unterscheidung ist nicht ganz glücklich. Es sollte die Liebe sein, die uns bereuen lässt, weil dann Gott in seiner Liebe einen neuen Anfang schenkt, weil er uns wie Lazarus neu ins Leben zurückruft und uns sagt: „Komm heraus aus dem, was dich im alten Leben noch fesselt.
Ich segne dich
im Namen des Sohnes
Zweitens: Und des Sohnes. Der Sohn, Jesus, er ist unsere Gegenwart. Er spricht heute zu uns. Das Heute ist bei ihm ganz wichtig. Jetzt ist die Zeit des Sohnes, der immer mit uns durch die Zeit wandert. Jetzt sagt er zu uns: „Folge mir nach, trage dein Kreuz, bleibe nicht stehen.“ Jetzt möchte er uns aufwecken und uns das Wesentliche sagen. Jetzt ist, wie wir das in der Fastenzeit oft sagen, die Zeit der Gnade, die Tage des Heiles, jetzt ist die Zeit etwas zu machen. Das dürfen wir anpacken. Wir sollten uns nicht in Träumereien verlieren, auch nicht zu viel im Konjunktiv reden, nach der Mentalität „wenn-dann…wenn es so wäre, dann wäre ich so und so. Wenn es in der Kirche so und so wäre, dann wäre ich auch dabei und würde hingehen…“ Das sind Ausreden. Wir dürfen aus unserer Herzenskammer den Herrn ganz einfach und demütig bitten: „Herr, gib uns jetzt die Gnade, Herr, ich will dir jetzt entsprechen.“ Beim Ruf vor dem Evangelium und ab Ostern dann wieder beim Halleluja stehen wir ja immer auf und da dürfen wir uns jedes Mal persönlich fragen: „Stehe ich jetzt auf, weil ich will, dass der Herr mir etwas sagt, oder bleibe ich sitzen, weil er ohnehin noch einmal vorbeikommt.“
Ich segne dich
im Namen des Heiligen Geistes
Drittens: Und des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist ist unsere Zukunft. Er will uns in eine gute Zukunft führen. Er zeigt uns den Weg, er leitet uns an, und wir dürfen uns seiner Führung ganz getrost überlassen. Im Römerbrief haben wir es heute gehört, dass wir vom Geist bestimmt sind, nicht vom Fleisch, und dass der Geist Gottes in uns wohnt. Der Geist ist es, der uns immer mehr hineinverwandelt in die endgültige Zukunft mit Gott. Aus diesem Geist dürfen wir leben und uns an einem anderen schönen Wort des Apostels Paulus festhalten: „Ich vergesse, was hinter mir ist, und strecke ich nach dem aus, was vor mir liegt.“ Es ist ein Geheimnis unsere Glaubens, dass sich unsere Leben immer wieder erneuern kann in der Kraft dieses Geistes und wir so erst wirklich zukunftsfähig werden.
Liebe Brüder und Schwestern!
In weniger als zwei Wochen, am Karfreitag werden die Kreuze in unseren Kirchen enthüllt, und das Kreuz des Herrn auf Golgatha neu aufgerichtet. Am Ort des Todes wächst neues Leben. So wird das Kreuz zum Segenszeichen. Es geht ein Segen davon aus, der uns hilft mit versöhnter Vergangenheit in den Armen des Vaters zu leben. Es geht ein Segen aus vom Sohn, der heute, jetzt, in unsere Gegenwart zu uns spricht. Und es geht ein Segen aus von Heiligen Geist, der uns leitet und uns in eine gute Zukunft führt. Diesen Segen dürfen wir über unser Leben, unsere Kirche, unsere ganze Welt legen. Amen.
ENDE DER PREDIGT VON PFARRER MAXIMILIAN PÜHRINGER
Darf nur der Pfarrer in der Kirche segnen ?
Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Grundsätzlich darf jeder Mensch andere Menschen, Tiere oder Gegenstände segnen. Hier ist die kurze Übersicht, wer was darf:
- Laien (Privatpersonen): Eltern segnen ihre Kinder, Freunde einander oder man spricht einen Segen am Essenstisch. Das ist ein Ausdruck des persönlichen Gebets und braucht keine Weihe.
- Kirchlicher Dienst (Pfarrer/Diakone): Sie segnen im Namen der Kirche und bei offiziellen Anlässen (z. B. Autosegnung, Blasiussegen, kirchliche Trauung). Bestimmte Segnungen, die eng mit den Sakramenten verknüpft sind, bleiben Geistlichen vorbehalten.
- Das „allgemeine Priestertum“: In der christlichen Theologie sind alle Getauften dazu berufen, Segen weiterzugeben.
Ein Segen wird besonders persönlich, wenn du ihn an die Situation anpasst. z.B.
- Bei Krankheit: „Gott segne deine Wege zur Besserung und schenke dir die Kraft, die du gerade brauchst“.
- Für Kinder: „Möge Gott dich begleiten, damit du mutig und mit frohem Herzen durch den Tag gehst“.
- Bei Abschied/Reise: „Gott sei dein Begleiter und bringe dich sicher ans Ziel und wieder zurück“.
Gesten verwenden
Ein Segen wird durch eine kleine Geste „greifbarer“. Im privaten Umfeld sind diese Zeichen üblich. z.B.
- Handauflegung: Die Hand sanft auf den Kopf oder die Schulter der Person legen.
- Kreuzzeichen: Mit dem Daumen ein kleines Kreuz auf die Stirn (oder die Handfläche) zeichnen – sehr verbreitet bei Eltern und Kindern.
- Die Hände halten: Einfach die Hände des anderen nehmen, während man die Segensworte spricht.
Zusammenfassend: Den offiziellen Segen im Gottesdienst spricht der Pfarrer, aber den „Segen im Alltag“ darfst du jederzeit selbst spenden. Und wir sollen viel und oft segnen!
Aus der Bibel im heutigen Sonntags-Evangelium

Sonntags-Evangelium
Johannes 11,3–7.17.20–27.33b–45 (Langfassung: Joh 11,1–45)
In jener Zeit sandten die Schwestern des Lazarus Jesus die Nachricht: Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank. Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod, sondern dient der Verherrlichung Gottes. Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.
Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lazarus. Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen.
Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus sitzen.
Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.
Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.
Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?
Marta sagte zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Jesus war im Innersten erregt und erschüttert. Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet?
Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus.
Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?
Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. Jesus sagte: Nehmt den Stein weg!
Marta, die Schwester des Verstorbenen, sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag.
Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herumsteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast. Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt.
Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden und lasst ihn weggehen! Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.
Bildnachweis: FPP AI
Ich sage Dir herzlichen Dank für das Lesen meiner Sonntagspredigt. Ich wünsche Dir und Deiner Familie noch einen schönen Sonntag und Gottes Segen für die kommende Woche. Ich segne Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

HERZLICHE EINLADUNG – Die Kirche steht Dir immer offen in Lembach. Wenn Messe ist. Wenn Anbetung ist. Aber genau so auch wenn die Kirche gerade leer ist und du einfach Ruhe finden willst. Ich freue mich immer über Deinen Besuch ..
.. und Jesus ganz sicher auch :)))
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H. Maximilian Pühringer O.Praem
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