© KI-generiertSonntag, 4. Oktober 2026 – Die Engel sind zurück
DAS WORT ZUM SONNTAG | von Pfarrer Maximilian PÜHRINGER
Am 2. Oktober feierte die Kirche das Schutzengelfest. Der ganze Monat Oktober ist ihnen ebenfalls gewidmet. Es hat eine Zeit gegeben, auch in der Kirche, da hat man eigentlich kaum mehr von den Engeln geredet. Aber sie sind zurückgekehrt.
Predigt von Maximilian PÜHRINGER
für die Pfarren in Oberkappel, Lembach, Neustift
Die Predigten müssen für Lembach nicht immer genau passen,
da diese an verschiedenen Sonntagen in den betreuten Pfarren abgehalten werden.
Heutiges Evangelium (siehe weiter unten)
Die Engel sind wieder in
Engel stehen wieder höher im Kurs, auch wenn es nicht unbedingt religiöse Motive sind. Vielleicht ist es die Sehnsucht, dass diese sichtbare Welt nicht alles sein kann. Vielleicht ist Sehnsucht, dass es anders zugehen könnte in der Welt und in der Kirche, als es zugeht. Vielleicht ist es die Sehnsucht nach der unsichtbaren Welt und, dass es unsere Aufgabe ist, Gott zu loben und zu preisen, wie es die Engel tun. Vom heiligen Bernhard von Clairvaux gibt es einen schönen Satz über die Engel. Er schreibt:
„Ehrfurcht soll uns erfüllen wegen ihrer Gegenwart, Andacht wegen ihres Wohlwollens, Zuversicht wegen ihres Schutzes. Wandle wohlbedacht, denn überall stehen dir die Engel zur Seite, auf allen deinen Wegen.“
Erstens: Ein Engel, der uns behütet.
Wir haben wohl alle Situationen erlebt, wo wir sagten: Da bin ich noch gut davongekommen. Da habe ich Glück gehabt. Religiöse Menschen wissen mehr. Sie haben nicht bloß Glück gehabt, sie haben einen Schutzengel gehabt. Im Evangelium vom Schutzengelfest heißt es: „Hütet euch, einen von diesen Kleinen zu verachten, ihre Engel im Himmel schauen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.“ Die Engel sind die Hüter der Menschenwürde, egal welches Alter ich habe, egal ob ich mich in Sünden verstrickt habe oder meine, ein moralisch hochstehendes Leben zu führen. Der Engel schaut auf mich, und er schaut auch ständig das Angesicht Gottes. Vielleicht muss mein Engel auch manchmal über mich weinen, wenn er sieht, wie gottvergessen ich manchmal lebe. Konstantin Wecker, ein deutscher Musiker, der lange in Drogen gefangen war, schreibt in seiner Autobiografie: „Als ich in meinen Süchten gefangen war, erschien es mir so, dass in der Ecke meines Zimmers mein Engel stand und weinte.“ Der Engel sehnt sich, dass ich wieder mehr in Gegenwart Gottes lebe und mich von ihm tragen lasse. Aber Engel, die behüten, sind nicht ein Automatismus nach dem bekannten Spruch: „Fahre nicht schneller, als dein Schutzengel fliegen kann.“ Meine Verantwortung ist ebenfalls gefragt. Auch der Mensch ist Hüter. Er ist Hüter der Kleinen und Schwachen. Er ist Hüter von Beziehungen, und er ist der Hüter der Schöpfung.
Zweitens: Ein Engel, der uns hilft.
In der Apostelgeschichte gibt es die bekannte Szene, wo Petrus wegen seines Glaubens gefesselt im Kerker ist. Auf einmal tritt Engel hinzu und Licht strahlt auf. Er stößt den Petrus in die Seite und sagt ihm: „Schnell, steh auf!“ Da fielen die Ketten von seinen Händen ab, und er ist befreit. Er hat ihm geholfen, aus dem Gefängnis herauszukommen. Der Engel des Herrn, Gott selber, hat ihm die Fesseln gelöst. Wie oft bräuchten wir so einen Engel, der uns aus unseren Gefängnissen herausführt. Aus dem Gefängnis von Angst und Egoismus, aus all dem, was uns oft gefangen hält. Wir lieben ja die Segnungen der Technik und nützen sie auch gerne. Aber dadurch entsteht neue Unfreiheit, auch durch die KI. Papst Leo hat einmal zu jungen Menschen einen Satz gesagt, der uns allen gilt: „Lasst euch nicht von Algorithmen treiben. Bleibt selber die Autoren eures Lebens.“ Mögen uns die Engel in die innere Freiheit führen, dass wir selbstbestimmt und gottbezogen gut leben können. Ein gutes Beispiel dafür ist der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer. Auch vor der Hinrichtung bleibt er frei und kann schreiben: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ Und in einem Brief an seine Braut schreibt er zur selben Zeit: „Es ist eine große unsichtbare Welt, an der man lebt. An dieser Realität gibt es keinen Zweifel.“ Die Bewahrung von guten Mächten brauchen wir alle und zu allen Zeiten. Wir dürfen uns immer wieder ausstrecken nach dem Engel, der uns hilft.
Drittens: Ein Engel, der uns stärkt.
„Iss, sonst wird der Weg zu weit für dich“, hat der Engel des Herrn dem lebensmüde gewordenen Elija in der Wüste gesagt. Und im Hebräerbrief heißt es: „Vergesst die Gastfreundschaft nicht, denn ohne es zu wissen, haben einige von euch Engel beherbergt.“ Es ist hier eine Anspielung auf jene Szene im Alten Testament, wo Abraham drei Gäste beherbergt und am Ende draufkommt, dass es der Engel des Herrn, dass es Gott selber war. Engel in der Bibel sind in menschlicher Gestalt. Erst im 4. Jahrhundert hat ihnen die Kunstgeschichte Flügel gegeben. Wir brauchen einen Engel der Stärkung und dürfen auch selber Engel der Stärkung sein, indem wir Gastfreundschaft anbieten, Notleidenden helfen und Gutes tun. Ich denke, immer wieder erfahren wir, dass wir selber einem Engel der Stärkung begegnet sind und dass wir mehr gestärkt und getröstet weggegangen sind, als wir gekommen sind.
Liebe Brüder und Schwestern!
Im Jahr 1977 hat Kardinal Josef Ratzinger, der spätere Papst Benedikt, eine Ansprache zum Thema gehalten: „Die Unfähigkeit, den Engel zu denken.“ Er beklagt darin, dass der Mensch weitgehend die Beziehung zu seinem Engel verloren hat. Vielleicht können diese Gedanken ein wenig helfen, die Beziehung zum Schutzengel neu aufzubauen, zu einem Engel, der uns behütet, der uns hilft und der uns stärkt. Im Buch Exodus wird uns über den Engel gesagt: „Achte auf ihn und höre auf seine Stimme. Widersetze dich ihm nicht, er würde es nicht ertragen, wenn ihr euch auflehnt, denn in ihm ist mein Name gegenwärtig.“ Und so schließe ich mit den Worten des heiligen Bernhard, mit denen ich begonnen habe: „Ehrfurcht soll uns erfüllen wegen ihrer Gegenwart, Andacht wegen ihres Wohlwollens, Zuversicht wegen ihres Schutzes. Wandle wohlbedacht, denn überall stehen dir die Engel zur Seite, auf allen deinen Wegen.“ „Alle heiligen Engel, bittet für uns.“ Amen.
Bibel: das heutige Sonntags-Evangelium

Evangelium nach Matthäus 21,33–42.44.43
Wer bekommt Gottes Reich?
Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seine Früchte holen zu lassen. Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, wieder einen anderen steinigten sie. Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit ihnen machten sie es genauso.
Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn umbringen, damit wir sein Erbe in Besitz nehmen. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um. Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt: Was wird er mit jenen Winzern tun? Sie sagten zu ihm: Er wird diese bösen Menschen vernichten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist.
Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; vom Herrn ist das geschehen und es ist wunderbar in unseren Augen? Und wer auf diesen Stein fällt, wird zerschellen; auf wen der Stein aber fällt, den wird er zermalmen. Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die Früchte des Reiches Gottes bringt.
Bildnachweis: FPP AI
Ich sage Dir herzlichen Dank für das Lesen meiner Sonntagspredigt. Ich wünsche Dir und Deiner Familie noch einen schönen Sonntag und Gottes Segen für die kommende Woche. Ich segne Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

HERZLICHE EINLADUNG – Die Kirche steht Dir immer offen in Lembach. Wenn Messe ist. Wenn Anbetung ist. Aber genau so auch wenn die Kirche gerade leer ist und du einfach Ruhe finden willst. Ich freue mich immer über Deinen Besuch ..
.. und Jesus ganz sicher auch :)))
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H. Maximilian Pühringer O.Praem
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