Sonntag, 8, November 2026 – Eine Braut hatte fünf dumme und fünf gescheite Freundinnen ..

DAS WORT ZUM SONNTAG | von Pfarrer Maximilian PÜHRINGER


Wort zum Sonntag | Predigt von Maximilian PÜHRINGER
für die Pfarren in Oberkappel, Lembach, Neustift

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Ein Fest will gut vorbereitet sein, sonst geht es schief. Im Evangelium (siehe weiter unten) haben wir es sofort gespürt. Eine schlampig vorbereitete Hochzeit wurde da erzählt. Schon der Beginn ist seltsam. Die Braut hat fünf dumme und fünf gescheite Freundinnen, die ihren Bräutigam abholen sollen, ihm entgegengehen sollen. Es ist die Rede von zu wenig Öl für die Lampen und dann noch die Verspätung des Bräutigams. Noch befremdlicher ist das Ende. Die zu spät Kommenden werden nicht mehr eingelassen. Das gibt es bei keiner Hochzeit im Orient. Dort wird die ganze Woche gefeiert mit offener Tür für alle aus dem Dorf, der Nachbarschaft und der Verwandtschaft, jeder darf kommen, zu jeder Zeit. Wieso erzählt Matthäus eine so seltsame Geschichte von einer Hochzeit, wie sie in Wirklichkeit gar nicht stattfindet? Vielleicht, weil es nicht um eine gewöhnliche Hochzeit, weil etwas anderes dahintersteckt.

Ende unseres Lebens soll Anfang des Himmlischen sein

Drei Gedanken dazu. Erstens: Es geht nicht um eine gewöhnliche Hochzeit. Es geht wieder einmal um das Himmelreich. In der Überschrift der ganzen Geschichte heißt es ja: „Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Brautjungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.“ Und dann wird die Klugheit der einen, und die Dummheit der anderen ausgeführt. Was Öllampen im deutschen Text heißt, sind in Wirklichkeit Ölfackeln. Es sind Behälter an einem Stiel um den Lappen gewickelt ist, die dann vorm Anzünden mit Öl getränkt werden. Solche verwendete man im Freien als Beleuchtung übrigens auch bei der Verhaftung Jesu am Ölberg. Öllampen hingegen haben nur eine kleine Flamme, die schon bei leichtem Windzug erlischt und deshalb nur im Haus verwendet werden können. Es geht also um das Himmelreich und die Frage: Habe ich das mit, was ich für das Himmelreich brauche. Es ist die Grundsatzfrage meines Lebens? Es geht um die Grundeistellung, ob sich mein Leben am Himmelreich aufhängt? Ist das für mich der Dreh- und Angelpunkt.

Schlampigkeit, Dummheit, Gleichgültigkeit

Zweitens: Die Haltung der Dummheit. Ich nehme das nicht mit, was nötig ist. Ich vergesse das Notwendige. An dieser Stelle zeigt sich nun die Dummheit. Die einen nehmen nur den Stecken mit dem Lappen aber ohne Öl mit, schlampig eben, das wäre wie Marketenderinnen ohne Schnaps im Fassl, die anderen richten sich richtig zusammen. Sie haben Fackeln mit Lappen und Öl, denn sonst verglühen die Fetzen sofort. Die Klugheit der Hälfte der Freundinnen besteht darin, sich gut vorzubereiten, alles was man eben braucht, und nicht erst dann zu suchen beginnen, wenn mans braucht, plötzlich in der Nacht. Und die, die gut vorbereitet sind, können auch in Ruhe schlafen, denn sie haben alles beisammen, die schlampigen bekommen Stress und Panik und wissen nicht, woher sie ihr Öl kriegen sollen. Von den anderen geht’s nicht, sonst wird´s ein Abbrenner für alle. Noch einmal, es geht ja um die himmlische Hochzeit, wenn der Bräutigam Jesus einmal unangekündigt kommt, wie werden wir dann dastehen: vorbereitet oder unvorbereitet, klug oder dumm. Wann er kommt, weiß niemand, aber das ist auch nicht wichtig, wenn wir vorbereitet sind. Ja, wir können seiner Ankunft ruhig entgegenschlafen, wenn genug Öl in den Fackeln ist. Es braucht uns nichts in Panik und Schrecken setzen.

Glaube und Gute Werke sind der Schlüssel

Drittens: Wir müssen noch eines fragen: Was ist das Öl, das unsere Fackeln zum Leuchten bringt, damit wir Eingang finden in den himmlischen Hochzeitssaal oder in die kommende Welt, wie wir es zu Allerheiligen gehört haben? Wir können dafür an den Anfang des Evangeliums zurückblättern, in die Bergpredigt, da erfahren wir worin das Öl bestehen kann: Das Licht der Jünger leuchtet durch die guten Werke. „So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Die guten Taten sind das Öl, das die Fackel zum Leuchten bringt. Der Glaube ist nur die Fackel. Das Herr, Herr rufen genügt nicht für den Eintritt in den Hochzeitssaal. Nicht auf die Berufung kommt es an, sondern auf ihre Bewährung, nicht auf die Lampe, sondern auf das Öl, nicht auf die Zugehörigkeit, sondern auf die Taten. Aber müssen wir nicht feststellen, dass mit dem Glauben auch die guten Taten verschwinden. Oder wie die Statistiken sagen, dass die Spendenbereitschaft generell merklich abnimmt. Es gibt natürlich immer Ausnahmen, auch bei uns. Aber die Regel stimmt schon. Es wird immer weniger aus Nächstenliebe getan. Nicht weil es den Menschen schlechter ginge.

Es ist noch immer genug Geld da, um zu helfen

Noch niemals lag so viel auf der hohen Kante wie heute, hat es am Weltspartag wieder geheißen. Da lügen wir uns etwas vor. Wir gönnen es halt allein uns selber. Solidaritätsverlust geht einher mit Glaubensverlust. Und manchmal hat man Lust zu fragen: Wäre dir damit geholfen, wenn du das bekämest in einer persönlichen Notlage? Wie war denn jemand heute ein guter Mensch? Nicht was dann beteuert wird in der Grabrede, sondern der Inhalt ist gefragt. Wo waren die guten Taten, das Öl für den Eintritt in den himmlischen Hochzeitssaal? Wir haben in diesem Leben die Möglichkeit aus dem Glauben, das ist die Lampe, viele gute Werke, viel Öl zu sammeln. Dann wird sich auch für einmal die Tür zum Hochzeitssaal öffnen.

Liebe Brüder und Schwestern!

Es geht nicht um eine schlampig vorbereitete Hochzeit. Es geht um das Himmelreich und, dass Gott und Mensch zusammenfinden. Im Blick auf das Himmelreich sollen wir nicht dumm sein, sondern vorbereitet, mit dem Öl von viel Gutem, mit dem Öl der Nächstenliebe, damit das Licht leuchten kann und stärker wird. Amen.


Bibel: das heutige Sonntags-Evangelium


Matthäus 25,1–13
Die klugen und die törichten Jungfrauen

​In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: 

Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. 

Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen mit ihren Lampen noch Öl in Krügen mit. Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber erscholl der Ruf: Siehe, der Bräutigam! Geht ihm entgegen!

Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. 

Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus!

Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es nicht für uns und für euch; geht lieber zu den Händlern und kauft es euch!

Während sie noch unterwegs waren, um es zu kaufen, kam der Bräutigam. Die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal und die Tür wurde zugeschlossen.

Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! 

Er aber antwortete ihnen und sprach: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. 

Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

Bildnachweis: FPP AI


Ich sage Dir herzlichen Dank für das Lesen meiner Sonntagspredigt. Ich wünsche Dir und Deiner Familie noch einen schönen Sonntag und Gottes Segen für die kommende Woche. Ich segne Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

HERZLICHE EINLADUNG – Die Kirche steht Dir immer offen in Lembach. Wenn Messe ist. Wenn Anbetung ist. Aber genau so auch wenn die Kirche gerade leer ist und du einfach Ruhe finden willst. Ich freue mich immer über Deinen Besuch ..
.. und Jesus ganz sicher auch :)))


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Wort zum Sonntag (G) Pfarre Lembach Religion
Verfasst am: 08.11.2026
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