
Wusstest du, dass…
...anlässlich von „Mut zum Frieden“ in einem leerstehenden Haus im Ortskern ein Kunsthaus entsteht?
Mitten im Zentrum von Lembach, in der Falkensteinstraße 10, beginnt gerade ein neues Kapitel. Das Bürgerhaus hat eine lange und bewegte Geschichte. Einst gehörte es zur Herrschaft Falkenstein und trug bis 11. April 1876 die sogenannte „radizierte Fleischhauergerechtigkeit“ – das exklusive Recht, Fleisch zu schlachten und zu verkaufen. Dieses Recht war an das Gebäude gebunden, nicht an die jeweilige Person.
Ehemalige und heutige Besitzer:innen
Ab 1876 ist die Familie Wöss als Besitzer dokumentiert. 1932 erwarben Eduard und Johanna Stadler das Haus, 1972 ging es an Wolfgang und Stefanie Stadler über, 1993 an deren Sohn Wolfgang Stadler. In diesen Jahrzehnten diente das Gebäude als Fleischhauerei, zur Sodaherstellung (durch die heutige Brauerei Baumgartner, damals Josko) und zeitweise auch als Unterkunft mit Fremdenzimmern. Seit 2000 ist es im Besitz der Familie Fierlinger. Nach zwischenzeitlicher Vermietung steht das Haus seit 2010 leer.
Fleischhauerei wird zum Kunsthaus
Im Zuge der Vorbereitungen für das Gedenkjahr „400 Jahre Oberösterreichischer Bauernkrieg“ entstand die Idee, diesen Leerstand neu zu beleben. Von 17. Mai bis 15. November 2026 wird das Gebäude zum Kunsthaus Lembach. Zehn regionale Künstler:innen zeigen dort Bilder und Objekte zum Thema „Mut zum Frieden“. Bis Ende Juli stellen alle gemeinsam aus. Mit der Vernissage von Erwin Tanzer und Willi Hochedlinger am 31. Juli beginnt das Format der „2er-Vernissagen“: Bis Mitte November präsentieren jeweils zwei Künstler:innen ihre Arbeiten für drei Wochen. Jede Eröffnung wird von Konzerten oder Lesungen mit Musikbegleitung begleitet. Mehr Infos zu den Veranstaltungen gibt es in den nächsten Wochen online und ab September im Veranstaltungsfolder „KultURsprung“.
Geöffnet ist das Kunsthaus immer an den Wochenenden (Samstag und Sonntag) von 14:00 bis 17:00 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung.
So wird aus einem historischen Gewerbehaus ein Ort der Kunst und Begegnung – und aus langjährigem Leerstand ein lebendiger Denkraum für Frieden.
Die Fotos geben einen Einblick in die aktuellen Renovierungsarbeiten am Haus.
Autorinnen des Berichtes: Andrea Zaglmair, Magdalena Mülleder







