
Sonntag, 19. April 2026 – Geister essen nicht
DAS WORT ZUM SONNTAG - Predigt von Pfarrer Maximilian PÜHRINGER
Die Sonntage der österlichen Zeit wollen uns anregen einfach über die Ostererfahrungen der ersten Jünger nachzudenken. Vielleicht können wir dann selber diese österlichen Erfahrungen machen.
Predigt von Maximilian PÜHRINGER
für die Pfarren in Oberkappel, Altenhof, Lembach, Neustift
Heutiges Evangelium (siehe weiter unten)
Drei Gedanken dazu aus dem heutigen Osterevangelium:
Geister essen nicht
Erstens: Das Ostermahl. Immer wieder hält der auferstandene Herr Mahl. Er isst und trinkt mit den Seinen, wie zuvor. Das kann nur ein Lebender, und kein Geist. Heute haben wir gehört: „Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Und er sagte zu Ihnen: Kommt und esst.“ So wird ihnen klar, dass es der Herr ist, der unter ihnen ist. Auch in der Erzählung von den Emmaus-Jüngern vom Ostermontag spielte das Mahl mit dem Auferstandenen eine wichtige Rolle für das Erkennen. „Er nahm das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen. Sie erkannten ihn als er das Brot brach.“ Die Erscheinung des Auferstandenen, das Ostermahl und die Feier der Eucharistie gehören zusammen.
Tod verkünden, Auferstehung preisen
Die Feier der Eucharistie in den christlichen Kirchen hat ihre Wurzeln nicht nur im Abendmahl Jesu, da wäre es nur Gedächtnis, sie hat eine zweite wichtige Wurzel im Ostermahl Jesu, und da geht es nicht um das Gedächtnis an den irdischen Jesus, sondern um seine neue Gegenwart inmitten seiner Gläubigen. Der auferstandene Jesus ist gegenwärtig unter den Seinen, wenn sie seinen Tod verkünden und seine Auferstehung preisen, bis er kommt in Herrlichkeit. Hätte Gott ihn nicht aus dem Tod gerettet und zu seiner Rechten erhoben, könnte Jesus nicht gegenwärtig sein zu allen Zeiten, wo und wann sich Christen versammeln um seinen Tisch. In den Gaben von Brot und Wein ist nicht der irdische Jesus gegenwärtig, der passt nicht in die Gaben hinein, sondern der auferstandene Jesus ist da in seiner neuen Seinsweise mit der er bei Gott lebt.
Jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest
Zweitens: Seine Gegenwart bei uns heute? Jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest, sagen wir heute öfter. Aber seine Gegenwart ist nicht so offensichtlich, wie wir es uns wünschen, sondern es geht uns eher so wie es seinen Jüngern ergangen ist. Die einen sagen im Nachhinein: „Brannte nicht unser Herz als er mit uns redete und den Sinn der Schriften erschloss.“ Auch das gehört zum Gottesdienst, das Erschließen des Sinns der Schriften. Im Moment nehmen sie nichts wahr, aber im nachhinein erfassen sie den Sinn, erkennen dass Jesus da war. Oder eben wie heute in der Erzählung. Einer kommt drauf auf seine Gegenwart: „Es ist der Herr.“
Anderen mitteilen, dass Gott gegenwärtig ist
Einer öffnet den anderen die Augen für seine Gegenwart, damit die anderen es auch merken. Und trotzdem bleibt alles in der Schwebe. Nach seiner Einladung zum Essen des Mahles, hieß es: Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen, wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Und geht es uns nicht ähnlich, dass wir über eine Ahnung kaum hinauskommen und uns immer jemand aufmerksam machen muss, dass er da ist, jemand, der es schneller bemerkt als alle anderen? Wir sollten uns bemühen bezüglich seiner Gegenwart über die Ahnung hinauszukommen.
Wir feiern nie die Vergangenheit, sondern immer die Gegenwart Gottes
Drittens: Wie spürt man seine Gegenwart am besten? Im Johannesevangelium ist es nicht Petrus der Fels der Kirche, sondern der Jünger, der Jesus liebt. Der Jünger, der Jesus liebt, bleibt namenlos. Es kann also jeder von uns seinen Namen einsetzen. Wer die innigste Beziehung zu Jesus hat, kommt als erster drauf. Derjenige, der sich im Glauben ganz auf Jesus einlässt, spürt als erster seine Gegenwart. Petrus hingegen muss noch etwas lernen. Seine Liebe zu Jesus wird angefragt, dreimal wird sie noch angefragt, um den dreimaligen Verrat irgendwie gut zu machen. Genauso ist unsere Liebe zu Jesus gefragt, und ohne diese Liebe fehlt uns das Gespür für seine Gegenwart, auch in unseren Gottesdiensten. Mit wirklicher Liebe zu ihm sollen wir also da sein. Alles andere hat keinen Sinn. Wir feiern nicht, dass Jesus damals seinen Jüngern mehrmals erschienen ist, sondern wir feiern den Auferstandenen unter uns, wenn wir seinen Tod verkünden und seine Auferstehung preisen, bis er kommt in Herrlichkeit.
Liebe Brüder und Schwestern!
Ostererfahrungen machen! Das ist es. Das Ostermahl spielt dabei eine wichtige Rolle. Dass uns da seine Gehgenwart wirklich bewusst wird, seine Gegenwart, die mehr ist als irgendeine Ahnung. Seine Gegenwart, die dort spürbar wird, wo wir zum Jünger, zur Jüngerin werden, der oder die Jesus liebt. Amen.

Hier nur ein paar mögliche Deutungen:
Die Zahl 153 im Evangelium (Evangelium nach Johannes, Joh 21,11) ist kein zufälliges Detail – aber man sollte vorsichtig sein, daraus eine „geheime Codierung“ zu machen. Der Text selbst bleibt nüchtern: Es ist eine konkrete, gezählte Menge. Genau darin liegt schon ein Teil der Aussage.
Hier sind die wichtigsten Deutungsebenen – theologisch tragfähig, ohne ins Esoterische abzurutschen:
1. Konkretheit statt Mythos
Die Jünger zählen die Fische: 153.
Das wirkt fast protokollarisch. Der Evangelist betont damit: Das ist kein Gleichnis, sondern eine erfahrene Wirklichkeit.
Der Auferstandene wirkt nicht abstrakt, sondern greifbar in der Welt.
2. Fülle – aber geordnete Fülle
153 ist keine „runde“ Zahl. Gerade deshalb wirkt sie real – und gleichzeitig steht sie für Überfluss.
Wichtig: Das Netz reißt nicht.
→ Bild für die Kirche: Viele, unterschiedliche Menschen – und dennoch Einheit.
3. Universale Sendung
In der Antike (z. B. bei Naturkundlern wie Oppian) gab es die Vorstellung, es gebe 153 bekannte Fischarten.
Ob das historisch exakt ist, ist zweitrangig – entscheidend ist die Symbolik:
→ Alle Arten werden gefangen.
→ Die Sendung der Jünger gilt allen Menschen, nicht nur einer Gruppe.
4. Augustinus’ Deutung (geordnete Ganzheit)
Augustinus von Hippo sah in 153 eine mathematische Struktur:
1 + 2 + 3 + … + 17 = 153
Und 17 = 10 (Gebote) + 7 (Gaben des Geistes).
→ Die Zahl steht dann für die Einheit von Gesetz und Gnade, von Ordnung und Geist.
5. Christologische Pointe des Textes
Entscheidend ist eigentlich nicht die Zahl, sondern wer den Fang ermöglicht:
Die Jünger arbeiten die ganze Nacht erfolglos – erst auf das Wort Jesu hin gelingt der Fang.
→ 153 ist damit ein sichtbares Ergebnis von Gehorsam und Beziehung, nicht von Technik oder Strategie.
Kurz gesagt:
Die 153 steht für eine konkrete, überreiche, universale und dennoch geordnete Frucht, die aus der Begegnung mit dem Auferstandenen entsteht.
Aus der Bibel im heutigen Sonntags-Evangelium

Sonntags-Evangelium
Evangelium, Johannes 21,1–14
153
In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tibérias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Dídymus, Natánaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.
Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.
Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen.
Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt! Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.
Bildnachweis: FPP AI
Ich sage Dir herzlichen Dank für das Lesen meiner Sonntagspredigt. Ich wünsche Dir und Deiner Familie noch einen schönen Sonntag und Gottes Segen für die kommende Woche. Ich segne Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

HERZLICHE EINLADUNG – Die Kirche steht Dir immer offen in Lembach. Wenn Messe ist. Wenn Anbetung ist. Aber genau so auch wenn die Kirche gerade leer ist und du einfach Ruhe finden willst. Ich freue mich immer über Deinen Besuch ..
.. und Jesus ganz sicher auch :)))
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