Was bleibt
Vielleicht eines der schönsten Dinge, jetzt zu sehen, was von "Mut zum Frieden" geblieben ist.
Vor etwas mehr als vier Monaten hat am 16. und 17. Mai das Eröffnungswochenende von „Mut zum Frieden – Lembach26“ stattgefunden. Damals waren nach monatelanger Vorbereitung vor allem diese Gefühle präsent: Vorfreude und Aufregung, Nervosität und ein bisschen Stress, dazwischen immer wieder Euphorie. Vieles war fertig vorbereitet, vieles noch offen… und plötzlich war der Moment da. Unser Projekt, das bis dahin vor allem aus Ideen, Gesprächen, Plänen und unzähligen Vorbereitungsstunden bestanden hatte, wurde sichtbar und erlebbar. Einen Monat später, am 19. und 20. Juni, folgte mit dem LANDLAUT-Wochenende ein weiterer großer Moment. Während und neben den beiden Wochenenden passierte so viel: Festakt, Gottesdienste, Installation des Friedensweges und des Begegnungsplatzes, Veranstaltungen und Ausstellungen im Kunsthaus Lembach, ein Höhenfeuer bei der Bauernkriegsbuche, die Präsentation eines Gedenksteins, eine Baumpflanzung, Auseinandersetzung mit dem Thema „Bauernkrieg“ und „Mut“, …
Seitdem ist einige Zeit vergangen. Der Sommer ist vorbei, der Herbst hat begonnen und langsam stellt sich die Frage: Was bleibt eigentlich von all dem, was wir gemeinsam auf die Beine gestellt haben?
Die Antwort darauf findet sich vielleicht weniger in den großen Veranstaltungen als in den vielen kleinen Dingen, die geblieben sind. Denn „Mut zum Frieden“ hat Spuren hinterlassen. Die gepflanzten Kräuter, Sträucher, Bäume wachsen weiter. Am Begegnungsplatz treffen Menschen tatsächlich zusammen. Die Installationen im öffentlichen Raum sind weiterhin sichtbar. Man geht daran vorbei, bleibt vielleicht kurz stehen, entdeckt etwas neu oder erinnert sich daran, wie es entstanden ist. Auch das Projekt „Kunsthaus Lembach“ ist noch nicht abgeschlossen. Bis Mitte November finden weiterhin Ausstellungen und Vernissagen statt. Menschen kommen, schauen und begegnen sich.
Was im Mai mit Energie und Euphorie begonnen hat, mischt sich ganz selbstverständlich in den Alltag unseres Ortes. Und vielleicht ist genau das etwas, das wir erst jetzt, mit ein wenig Abstand, wirklich begreifen. Während der intensiven Vorbereitungszeit und rund um die großen Veranstaltungswochenenden war so viel gleichzeitig los, dass kaum Zeit blieb, innezuhalten. Es ging darum, Dinge fertigzubekommen, Menschen zusammenzubringen, Veranstaltungen zu organisieren, aufzubauen, umzubauen, zu improvisieren und am Ende einfach mittendrin zu sein. Jetzt, einige Monate später, können wir langsam erkennen, was aus all diesen Ideen geworden ist.
Heute Abend nehmen wir uns im Team nochmal Zeit, um das Projekt Revue passieren zu lassen, Erinnerungen auszutauschen und uns die 10-minütige Kurzdokumentation anzusehen, die in Zusammenarbeit mit Franciska Friedrich entstanden ist. Ab morgen wird der Film auch online zu sehen sein, in dem viele Momente nochmal bildlich festgehalten wurden.
Natürlich ist während so eines Projektes nicht alles nur leicht und schön. Es gab viele Herausforderungen, unterschiedliche Sichtweisen, spontane Lösungen und sicher auch den einen oder anderen Moment, in dem wir uns gefragt haben, warum wir uns das eigentlich antun. Aber genau das gehört eben auch dazu, wenn aus einer Idee etwas entsteht, das viele Menschen betrifft und bewegt. Ein Projekt wie dieses lebt davon, dass Menschen sich einbringen, Verantwortung übernehmen, diskutieren, ausprobieren und manchmal auch gemeinsam ins Ungewisse gehen.
Was vor allem auch bleibt: ein Gefühl von Dankbarkeit. Dafür, dass so viele Menschen dieses Projekt mitgetragen haben. Dafür, dass aus vielen einzelnen Ideen ein gemeinsames Ganzes entstehen konnte. „Mut zum Frieden“ war ein Versuch, einen Ort für Begegnung und Auseinandersetzung betreffend das große und schwere Thema „Bauernkrieg“ zu schaffen und vielleicht auch ein bisschen Mut zu machen, Fragen auszuhalten, miteinander im Gespräch zu bleiben und nicht gleich dort aufzuhören, wo unterschiedliche Meinungen beginnen.
Abschließend bleibt nur zu sagen: Mut zum Frieden bleibt ♡











































