
Sonntag, 3. Mai 2026 – Liebe Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr
DAS WORT ZUM SONNTAG - Predigt von Pfarrer Maximilian PÜHRINGER
Im Jahr 2018 hatte die oberösterreichische Landesaustellung ein interessantes Motto. Es lautete: „Die Rückkehr der Legion. Römisches Erbe in Oberösterreich.“ Die Aufmerksamkeit richtet sich hier auf alles, was durch die Römer bis heute unsere Gesellschaft geprägt hat. Das ist viel.
Predigt von Maximilian PÜHRINGER
für die Pfarren in Oberkappel, Altenhof, Lembach, Neustift
Heutiges Evangelium (siehe weiter unten)
Liebe Florianijünger, liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!
Der Standard der Wellnesskultur des römisches Reiches wurde über Jahrtausende nicht mehr erreicht. Auch das europäische Straßennetz geht zu einem nicht geringen Teil auf die römischen Legionen zurück. Architektur, Aquaedukte und Brückenbau aus der Römerzeit wurden von den Künstlern der Renaissance genau studiert. Die Römerzeit hat unser Denken und unsere Bildung, unser Rechtssystem, unsere Sprache, unsere Alltagskultur beeinflusst. Dieses Erbe haben wir mit vielen anderen Völkern in Europa gemeinsam, ja es bildet ein Fundament für das moderne Europa. Auch das Christentum darf als wichtiges Verbindungsglied zu dieser Zeit gesehen werden. Der christliche Glaube und viele Werthaltungen verbinden uns mit den Menschen der Römerzeit verbindet. Und ein Mensch dieser Zeit ist euer Patron, unser Patron der heilige Florian.
Heiliger Florian: „Ich bete keine Wahngebilde an“
Drei Gedanken im Blick auf diese Zeit, um aus ihr zu lernen. Erstens: „Ich bete kein Wahngebilde an.“ Florian erwiderte dem Statthalter Aquilinus der ihn aufgefordert hatte, den römischen Göttern zu opfern, Folgendes: „Als ich noch irdischen Kriegsdienst versah, habe ich schon im Geheimen meinen Gott verehrt. Bis heute habe ich den Befehlen der Richter Folge geleistet. Ich habe gehorcht wie es sich für einen Soldaten gehört. Zu einem Opfer an die Dämonen aber kann mich niemand überreden. Das hilft ihnen ohnedies nichts. Wahngebilde (fantasmata) bete ich nicht an.“
Christen galten als „sonderbar“ und politisch gefährlich
Das, was der heilige Florian furchtlos vorträgt und ihn dann das Leben kostet, ist vermutlich ein Vorwurf, mit dem Christen der Frühzeit oft konfrontiert wurden. Der Glaube an den auferstandenen Christus, der hohe Gemeinschaftsethos, das neuartige Phänomen der praktizierten Nächstenliebe, die Höhe des Anspruchs und der Wille zur universalen Verbreitung der Glaubensbotschaft, machte die Christen für die römischen Zeitgenossen in hohem Maße seltsam. Für nicht wenige waren genauso die Glaubensinhalte der Christen nichts anderes als Fantasmata, Wahngebilde. „Christen galten als sonderbar. Das Besondere an den Christen: Sie lebten aus der Erfahrung der Nähe Gottes mit einer tiefen Überzeugungskraft und der Entschlossenheit das eigene Leben danach auszurichten.
Zudem sprengte die von den frühen Christen praktizierte Nächstenliebe die damaligen Vorstellungen. Sie war ein etwas ganz Neues, das wesentlich zur Attraktivität der aufstrebenden Religion beitrug. In seiner Gesamtheit wurde das Christentum jedoch nicht nur als seltsam sondern auch als politisch gefährlich für das politisch wankende Großreich eingestuft. So auch zur Zeit Florians und seiner Gefährten bei der großen Christenverfolgung unter Diokletian im Jahr 304. Das Christentum zurzeit Florians hatte etwas Gefährliches und Brisantes. Vielleicht würde dies unserer Zeit guttun.
Das Christentum brachte Nächstenliebe und Frieden
Zweitens: Das Christentum brachte Nächstenliebe und Friede. Die Freiwillige Feuerwehr hat sich wohl dieser Nächstenliebe verschrieben. Die rasche Ausbreitung des Christentums bis zu uns ist belegt. Es waren Soldaten, Beamte, Kaufleute, Handwerker, Zuwanderer und Sklaven aus dem schon stärker christianisierten Osten des Reiches, die als erste Glaubensboten zu uns kamen. Die städtischen Siedlungen und militärischen Anlagen waren Knotenpunkte dafür. Historiker halten es für möglich, dass bereits um 70 n. Chr. das Christentum mit einzelnen christlichen Soldaten in unserer Region gewesen sind. Der heilige Florian ist schließlich der erste Märtyrer, den wir namentlich kennen, dessen Verehrung sich bis in die Zeit der ersten erhaltenen nachrömischen Dokumente im 8. Jahrhundert durchgehalten hat. Dazwischen musste unsere Heimat Jahrhunderte des gewaltsamen Umbruchs, des Niedergangs eines geordneten Staatswesens erleben. Vertreibungen und Kriegszustände waren Begleitumstände des Zusammenbruchs des Römischen Reiches im 5. Jahrhundert. Das Christentum hat in dieser Zeit versucht Frieden und Nächstenliebe zu bringen. Dem sind wir weiterhin verpflichtet.
Auch heute müssen wir wieder für christliche Werte und Ideale einstehen, genau so wie der Heilige Florian damals
Drittens: Der heilige Florian und seine Zeit ist für uns Erbe und Auftrag zugleich. Wir dürfen fragen: Was bleibt von Florian und den prägenden Frühgestalten des Christentums? Was bleibt von der kulturellen Prägekraft des Christentums für unser Land? Was bleibt von einer Zeit, wo die römischen Ausgrabungen unserer Heimat noch mit menschlichem Leben erfüllt waren? Wir konservieren zu Recht Bauwerke aus dieser Zeit. Wir bekommen ein Bewusstsein für das Gewesene, aus dem die Gegenwart hervorgehen konnte. Es steht uns gut an, auch die Werte und Ideale, für die Florian frühen Christen standen, auch zu bewahren und lebendig zu halten. Aber nicht als nostalgische Erinnerung, sondern als Haltung, die eine Brücke baut von der Frühzeit unseres Glaubens, über die zahlreichen Zeiten der Umbrüche und menschlichen Abgründe der Geschichte hindurch, bis in unsere Zeit. Sind wir bereit, den Glauben an Jesus, die Überzeugung von der unbedingten Hinwendung zum Nächsten, die christlichen Werte weiterzugeben, an die Generationen nach uns? Wissen wir um die Kraft, die in diesem wertvollen Erbe steckt?
Liebe Brüder und Schwestern, liebe Feuerwehrkameraden!
Man nennt die Mitglieder der Feuerwehr gerne Florianijünger. Das ist ein schöner Ausdruck. Wir alle können Jünger und Jüngerinnen des heiligen Florian sein. Wir können eine Brücke in diese Zeit bauen, dass wir eben auch keine Wahngebilde anbeten, sondern den Gott der Christen, den uns Jesus gezeigt hat. Aus diesem Glauben heraus dürfen wir Florianijünger sein, die Frieden und Nächstenliebe in die Welt bringen, damit das christliche Erbe nicht verstaubt, sondern lebendig wird. Jedes Erbe ist ein Auftrag. Ein Auftrag für uns alle. „Heiliger Florian, bitte für uns.“ Amen.
Bild zum heutigen Evangelium

Bibel: das heutige Sonntags-Evangelium

Evangelium nach Johannes 14, 1–12
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir dann den Weg kennen?
Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philíppus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus sagte zu ihm: Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philíppus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.
Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, dann glaubt aufgrund eben dieser Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere als diese vollbringen, denn ich gehe zum Vater.
Bildnachweis: FPP AI
Ich sage Dir herzlichen Dank für das Lesen meiner Sonntagspredigt. Ich wünsche Dir und Deiner Familie noch einen schönen Sonntag und Gottes Segen für die kommende Woche. Ich segne Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

HERZLICHE EINLADUNG – Die Kirche steht Dir immer offen in Lembach. Wenn Messe ist. Wenn Anbetung ist. Aber genau so auch wenn die Kirche gerade leer ist und du einfach Ruhe finden willst. Ich freue mich immer über Deinen Besuch ..
.. und Jesus ganz sicher auch :)))
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H. Maximilian Pühringer O.Praem
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