Sonntag, 23. August 2026 – Der Schlüssel für den Weg zum Himmel

DAS WORT ZUM SONNTAG | von Pfarrer Maximilian PÜHRINGER

Wenn man die Stadt Rom besucht, dann gehört es eigentlich jedes Mal dazu, für mich zumindest, den Petersdom zu besuchen. Besonders beeindruckend ist die Kuppel. Man sieht dort die mannshohen Buchstaben auf Latein, die Worte aus dem heutigen Evangelium:


Predigt von Maximilian PÜHRINGER
für die Pfarren in Oberkappel, Altenhof, Lembach, Neustift

Heutiges Evangelium (siehe weiter unten)

Die Schlüssel für das Himmelreich

„Du bist Petrus und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen und ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben. Tu es petrus es super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et tibi dabo claves regin coelorum.“ Man kann hinter diesen Buchstaben unter der Kuppel sogar herumgehen. In der Eingangshalle des Petersdoms begegnet uns Petrus dann nochmals als Bronzefigur, und hält die Schlüssel des Himmelreichs in den Händen. Meist sind diese dargestellt als zwei Schlüssel, oft einer in Gold, der andere in Silber, vielleicht hat er einen Reserveschlüssel. Die Himmelsschlüssel in der Hand des Petrus. Drei Gedanken dazu.

Der Schlüsseldienst

Erstens: Wieso kommt gerade Petrus zu den Himmelschlüsseln? Vielleicht als Belohnung, weil er Jesus den richtigen Titel gegeben hat „du bist der Messias der Sohn des lebendigen Gottes.“ Aber den haben ihm alle Jünger kurz davor gegeben als er über den See zu ihnen gekommen war. Petrus ist nicht als erster draufgekommen. Er spricht hier nur feierlich aus, was alle Jünger von Jesus bekennen. Diese Schlüssel verleihen dem Petrus irgendwie unheimliche Macht. Was gibt es Mächtigeres als die Schlüssel zum Himmel zu haben? So hat Petrus auch Eingang gefunden in viele Lieder, Erzählungen und Witze als Pförtner des Himmels, der letztlich bestimmt, wer hineindarf und wer nicht. Aber genau das ist ein grobes Missverständnis. Petrus ist nicht der, der über den Zugang zu Gott entscheidet. Nirgendwo steht, dass Gott ihn dazu ernannt hat und er ist auch nicht der Pförtner. Es ist also kein Machtsymbol. Es steht vielmehr für eine Aufgabe, eine ganz wichtige Aufgabe sogar.

Mit dem Schlüssel die richtigen Türen zum Himmel öffnen

Zweitens. Aber was ist dann die Aufgabe, die ihm Jesus da übertragen hat? Der Evangelist Matthäus gibt einen Hinweis an anderer Stelle (Mt 23,13), wo Jesus klagt, dass die Pharisäer den Menschen das Himmelreich verschließen, so wie sie die Gebote auslegen, weil sie Nebensächliches nicht von Grundlegendem unterscheiden vermögen. Man kann durch falsche Auslegung der Gebote das Himmelreich verschließen. Petrus aber soll genau das Gegenteil tun, er soll das Himmelreich für die Menschen öffnen, es ihnen erschließen, dass sie sich auskennen. Er soll den Willen Gottes nach dem Beispiel Jesu auslegen, um so Menschen auf den schmalen Weg zu führen, an dessen Ende die Pforte des Himmels offensteht. Der Weg zum Himmel ist ein schmaler Pfad. Petrus hat also die Aufgabe den Weg zum Himmelreich zu erschließen, damit er gangbar wird.

„Nix gstoln und koan umbracht“

Drittens: Aber wie schaut denn das jetzt konkret aus? Die Schlüssel zum Himmel sind also die Gebote Jesu, die Petrus verkündigen und auslegen muss. Das hat ihm Jesus übertragen und er muss sie so auslegen, dass sie den Menschen den Himmel öffnen. Wenn er versagt, verschließt er den Himmel, wie die Pharisäer. Man könnte jetzt auf die Idee kommen, die zwei Schlüssel bedeuten die beiden Gebote: nix stehlen und niemanden umbringen. Diese werden bekanntlich von einer Mehrzahl der Christen für die wichtigsten Gebote gehalten. Und da sich ja alle Menschen daran halten „ich habe nichts gestohlen und niemand umgebracht,“ braucht es natürlich auch keine Beichte mehr. Ja, wer diese beiden Gebote einhält ist ein guter Mensch. Stimmt das? Ich denke, diese beiden Gebote schützen nur vor den Türen des Gefängnisses. Das Tor zum Himmelreich öffnen sie jedoch nicht. Aber was sind dann diese Gebote Jesu, die er in den Antithesen der Bergpredigt sehr eindrücklich einschärft?

Leitplanken als Himmelsschlüssel

  • die Versöhnung mit den Streitpartnern
  • der Verzicht auf das Richten und Schwören
  • der achtungsvolle Blick auf das andere Geschlecht
  • der Verzicht auf Vergeltung
  • das vertrauensvolle Beten
  • eine nicht berechnende Großherzigkeit im Geben und im Fasten
  • und vor allem anderen das Reich Gottes zu suchen.

„Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, alles andere wird euch dazugegeben werden!“ Das sind die Gebote Jesu, die Schlüssel des Himmelreichs auf die Petrus achtgeben muss, dass sie in der Kirche nicht verschwinden, dass die Christen sie nicht unterordnen. Und alle führenden Positionen der Kirche müssen auf sie achtgeben: von der Verkündigung in Schule und Predigt, bis zur Lehre an den Hochschulen, bis hinauf zu den Bischöfen und zum Papst.

Liebe Brüder und Schwestern!

Die Schlüssel des Himmelreichs sind eine große Herausforderung. Immer wieder auf den Weg zu zeigen, der zum offenen Himmel führt. „Du bist Petrus und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen und ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben.“ Amen.


Bibel: das heutige Sonntags-Evangelium


Evangelium nach
Matthäus 16, 13–20

Für wen halten die Menschen Jesus?

In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsaréa Philíppi kam, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Menschen den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elíja, wieder andere für Jeremía oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus antwortete und sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjóna; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus – der Fels – und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein. Dann befahl er den Jüngern, niemandem zu sagen, dass er der Christus sei.

Bildnachweis: FPP AI


Ich sage Dir herzlichen Dank für das Lesen meiner Sonntagspredigt. Ich wünsche Dir und Deiner Familie noch einen schönen Sonntag und Gottes Segen für die kommende Woche. Ich segne Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

HERZLICHE EINLADUNG – Die Kirche steht Dir immer offen in Lembach. Wenn Messe ist. Wenn Anbetung ist. Aber genau so auch wenn die Kirche gerade leer ist und du einfach Ruhe finden willst. Ich freue mich immer über Deinen Besuch ..
.. und Jesus ganz sicher auch :)))


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Wort zum Sonntag (G) Pfarre Lembach Religion
Verfasst am: 23.08.2026
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