
Sonntag, 9. August 2026 – Sprache des Herzens und der Liebe verstehen
DAS WORT ZUM SONNTAG | von Pfarrer Maximilian PÜHRINGER
Vom heiligen Papst Paul VI. gibt es folgenden Ausspruch: „Der Mensch von heute hört lieber auf Zeugen, als auf Gelehrte. Und wenn er auf Gelehrte hört, dann nur, weil sie Zeugen sind.“ Es kommt immer auf ein ehrliches, echtes Glaubenszeugnis von uns Menschen.
Predigt von Maximilian PÜHRINGER
für die Pfarren in Oberkappel, Altenhof, Lembach, Neustift
Heutiges Evangelium (siehe weiter unten)
Der Mensch von heute hört lieber auf Augenzeugen als auf Experten
Zeugen und Zeuginnen sind gefragt und gesucht. Nur so kann Erneuerung der Kirche geschehen. Ich habe mir am Montag schon die Predigt zum heutigen Evangelium vorbereitet und mir gedacht, dass sie passt und ich sie so halten werde. Doch dann habe ich am Dienstag eine Livestream-Predigt aus dem Münchner Dom gehört. Sie war über das Glaubenszeugnis des heiligen Pfarrers von Ars, der mir persönlich ja nahesteht. Diese Predigt war für mich derart ansprechend, dass ich nochmals alles über den Haufen geworfen habe. Ich möchte deshalb den Großteil der gehörten Gedanken mit euch teilen und das eine oder andere vertiefen. „Der Mensch von heute hört lieber auf Zeugen, als auf Gelehrte. Und wenn er auf Gelehrte hört, dann nur, weil sie Zeugen sind.“
Was macht einen Glaubenszeugen, eine Glaubenszeugin aus?
Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, schauen wir heute noch einmal hin auf einen der berühmtesten Priester und Seelsorger der Kirchengeschichte, auf den sogenannten Pfarrer von Ars, übrigens ist er der einzige Pfarrer der Kirchengeschichte der heiliggesprochen wurde. Johannes Maria Vianney war kein intellektuelles Genie. Er war kein wissenschaftlich fundierter Theologe. Er war der Sohn einer einfachen Bauersfamilie. Im Durcheinander der französischen Revolution ist seine Schulausbildung quasi ausgefallen oder untergegangen. Vor allem an der Lateinprüfung scheiterte er massiv. Die Personalverantwortlichen seiner Zeit hatten großen Zweifel, ob man ihn überhaupt auf die Menschen loslassen kann. Akademische Standards erfüllte er nicht.
Qualifiziert nach göttlichen Standards
Nach menschlichem Ermessen war er eindeutig unterqualifiziert für die Aufgabe und den Dienst eines Priesters. Und doch zeigt sich gerade im Leben des Johannes Maria Vianney, dass Gottes Maßstäbe andere sind. Gott ruft nicht die maximal Qualifizierten. Gott qualifiziert die, die er gerufen und berufen hat. Nochmals: Gott ruft nicht die maximal Qualifizierten. Gott qualifiziert die, die er gerufen und berufen hat. Für die Verkündigung des Reiches Gottes braucht es keinen Magister in der Theologie. Man muss auch nicht fließend Latein sprechen.
Sprache der Herzens und der Liebe verstehen
Wer von Gott sprechen will, der muss die Sprache des Herzens und der Liebe können. Der Pfarrer von Ars hatte kein tiefes theologisches System im Kopf, er hatte auch kein Seelsorgekonzept, das heute so wichtig scheint, aber er hatte eine tiefe, brennende Liebe zu Jesus Christus im Herzen. Die Menschen strömten nach Ars, nicht weil sie dort theologische Vorlesungen hören wollten. Sie kamen, weil sie einem Menschen begegnen wollten, der echt war. Einer, der nicht mit Wissen glänzte, sondern mit Liebe heilte, und so ein therapeutisches Genie im Beichtstuhl gewesen ist. Gott sucht keine Experten. Gott sucht liebende Zeugen! Genau das ist es und das trifft auch uns.
Wider dem Expertentum in allen Bereichen
Das Lebensbeispiel des Pfarrers von Ars finde ich persönlich sehr entlastend, nicht nur für mich, sondern für uns alle. Wir leben in einer Zeit und in einer Gesellschaft, in der es für alles Experten gibt. Und das führt oft dazu, dass wir uns selbst nichts mehr zutrauen. Wie oft höre ich den Satz: „Oh, das kann ich nicht. Davon verstehe ich zu wenig.“ Und diese Haltung gibt es auch in der Kirche: „Oh, dass soll doch mal der Pfarrer machen, oder ein Hauptamtlicher. Ich kann das nicht.“ Ja, wir leben in einer Welt, die von Qualifizierung, Optimierung, Zeugnissen und lückenlosen Lebensläufen besessen ist. Gott aber schaut nicht auf Qualifikation oder Lebensläufe. Er fragt dich nicht nach deinen Zeugnissen, wenn er dich bittet, ihm zu folgen und für jemanden da zu sein.
Gott fragt dich: „Hast du ein Herz, das bereit ist, zu lieben?“
Er fragt dich: „Hast du ein Herz, das bereit ist, zu lieben?“ Du musst kein Bibelwissenschaftler sein, um deinem Kind oder Enkelkind von Gott zu erzählen. Du musst keine psychologische Ausbildung haben, um einer einsamen Nachbarin einfach mal zuzuhören. Du musst nicht perfekt sein, um für jemanden ein Segen zu sein. Gottes Kraft wirkt gerade durch unsere Brüche und Unvollkommenheiten. Wo unsere menschliche Weisheit am Ende ist, da öffnet sich der Raum für das Wirken des Heiligen Geistes.
Liebe Brüder und Schwestern!
Der Mensch von heute hört lieber auf Zeugen, als auf Gelehrte. Und wenn er auf Gelehrte hört, dann nur, weil sie Zeugen sind.“ Gott beruft nicht die Qualifizierten, er qualifiziert vielmehr jene, die er beruft. Sein Ruf geht universal an alle. Der Pfarrer von Ars ist der lebendige Beweis dafür: Ein einziges Herz, das ganz für Gott brennt, bewegt mehr als hundert kluge Köpfe, die kalt bleiben. Das ist Glaubenszeugnis! „Heiliger Pfarrer von Ars, bitte für uns.! Amen.
Bibel: das heutige Sonntags-Evangelium

Evangelium nach
Matthäus 14, 22–33
Herr, rette mich !
Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, drängte er die Jünger, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um für sich allein zu beten. Als es Abend wurde, war er allein dort. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst.
Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Petrus erwiderte ihm und sagte: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme! Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und kam über das Wasser zu Jesus. Als er aber den heftigen Wind bemerkte, bekam er Angst. Und als er begann unterzugehen, schrie er: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du.
Bildnachweis: FPP AI
Ich sage Dir herzlichen Dank für das Lesen meiner Sonntagspredigt. Ich wünsche Dir und Deiner Familie noch einen schönen Sonntag und Gottes Segen für die kommende Woche. Ich segne Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

HERZLICHE EINLADUNG – Die Kirche steht Dir immer offen in Lembach. Wenn Messe ist. Wenn Anbetung ist. Aber genau so auch wenn die Kirche gerade leer ist und du einfach Ruhe finden willst. Ich freue mich immer über Deinen Besuch ..
.. und Jesus ganz sicher auch :)))
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