Sonntag, 13. September 2026 – „„So wie du mir, so ich dir?“ – Warum Vergebung so wichtig ist ..

DAS WORT ZUM SONNTAG | von Pfarrer Maximilian PÜHRINGER

„So wie du mir, so ich dir,“ lautet eine altbekannte Redensart. Es geht um Rache, Vergeltung und ums Heimzahlen. Es geht, wenn ich nicht schon selber zum Täter werde, um die Gedanken, dass erlittenes Unrecht anderen in irgendeiner Weise zurückkommt.


Predigt von Maximilian PÜHRINGER
für die Pfarren in Oberkappel, Altenhof, Lembach, Neustift

Heutiges Evangelium (siehe weiter unten)

Wie Gott mir, so ich dir

Diese Haltung sitzt tief im Menschen, bei manchen mehr, bei anderen weniger, aber es ist vielfach da und auch im menschlichen Zusammenleben immer wieder feststellbar. Jesus empfiehlt uns heute im Evangelium ein ganz anderes Programm: „Wie Gott mir, so ich dir.“ Wir merken gleich, dass Gott ganz anders ist, als wir Menschen. „Wie Gott mir, so ich dir.“ Drei Gedanken dazu im Blick auf das Evangelium.

Gott schenkt jedem Menschen so viel

Erstens: Gott schenkt dem Menschen unendlich viel. Ein Diener schuldet seinem König 10.000 Talente. Das ist für einen Privatmenschen eine unvorstellbare hohe Summe mit einer Kaufkraft von zwei Milliarden Euro. Das kann kein Mensch abarbeiten. Der König weiß, dass es da kein Entschuldungsprogramm gibt. Er schenkt ihm die Schuld. Der König in der Geschichte ist Gott, der Diener für jeden Menschen. Gott schenkt dem Menschen unendlich viel, soviel dass es niemals jemand von uns mit Geld zurückzahlen könnte. Was hat uns Gott alles geschenkt, das Leben, die Begabungen, liebe Menschen, Vergebung von Fehlern und Sünden, und wohl auch Gesundheit, Wohlstand und Frieden. All das gibt uns Gott immer wieder. Wir stehen in Schuld bei ihm. Wir könnten das nie abarbeiten und bezahlen. Und weil es so ist spüren wir, dass das Miteinander mit Gott und den Menschjen niemals das Verhältnis von Schuldnern und Gläubigern sein kann. Es geht um eine Liebesbeziehung, in der uns Gott alles schenken möchte, ja sogar das wertvollste hat er gegeben, seinen Sohn. Wir müssen uns das wirklich immer wieder einmal vor Augen halten, wie Gott ist. Er gibt uns alles, er nimmt uns nichts. Er macht das Leben reich und beschneidet es nicht.

Wir sollen andere Menschen ebenso beschenken

Zweitens: Wenn Gott so ist, wie könnten und sollten wir dann sein? Wir könnten aus dem starken Bewusstsein Leben Gott einfach immer wieder eine Freude machen zu wollen, nach dem Motto „wie Gott mir, so ich dir.“ Wie mache ich Gott eine Freude? Zuerst einmal, wenn ich ihm mit einer gewissen Grunddankbarkeit und einem gewissen Grundvertrauen begegne. Grunddankbarkeit und Grundvertrauen. Weiters, wenn uns der schenkende Gott motivieren kann, unseren Mitmenschen etwas weiter zu schenken von dem, was wir selber empfangen haben. Geschenkte Begabungen können für das Allgemeinwohl eingesetzt werden um etwas Gutes für andere zu tun. Wir können Menschen spüren lassen, dass sie uns wichtig sind und wir sie mögen. Und wir sollen bereit sein zu vergeben, weil uns Gott immer wieder vergeben hat und vergeben wird. „Wie Gott mir, so ich dir.“ Wenn wir immer wieder daran denken und versuchen so zu leben, freut sich gut über uns und in diese Freude hinein werden wir auch einmal vollendet werden.

Zur Vergebung gibt es keine Alternative

Drittens: „Wie Gott mir, so ich dir!“ Leider funktioniert es nicht immer, auch im Evangelium nicht. Jener Diener, dem der König so viel erlassen hat, handelt selber nicht danach. Er ist nicht bereit seinem Mitknecht eine verhältnismäßig kleine Summe zu erlassen. Er ruiniert seinen Mitknecht. Das Verhalten fällt auf ihn zurück. Er landet in der Folterkammer des Hasses und der Unmenschlichkeit. Er landet in einem total armseligen Leben. Hätte er doch so gehandelt wie der König, dann wären drei alle Beteiligten glücklich geworden. Der bittere Ausgang der Geschichte will uns alle warnen, dass wir als Christen einen anderen, einen alternativen Lebensstil haben sollen und dass es immer drei sind, die glücklich sein sollen, ich, du und Gott über mich und dich.

Liebe Brüder und Schwestern!

„So wie du mir, so ich dir!“ So funktioniert das Ganze nicht. „So wie Gott mir, so ich dir,“ ist schon besser. Gott schenkt uns viel, letztlich alles in einer liebenden Beziehung. Das gehört es dazu einander immer wieder eine Freude zu machen, damit alle glücklich sein sollen. Das Wort Jesu an den unbarmherzigen Knecht darf und soll sich uns ruhig in Herz und Seele einbrennen, zur Warnung und Abschreckung: „Du elender Knecht! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich angefleht hast. Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?“ „So wie Gott mir, so ich dir!“ Amen.


Bibel: das heutige Sonntags-Evangelium


Evangelium nach Matthäus 18, 21–35

Wie oft soll man vergeben? .. „Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“


In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal, sondern bis zu siebzigmal siebenmal. Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Knechten Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war.

Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Knecht vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr des Knechtes hatte Mitleid, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der Knecht hinausging, traf er einen Mitknecht, der ihm hundert Denáre schuldig war.

Er packte ihn, würgte ihn und sagte: Bezahl, was du schuldig bist! Da fiel der Mitknecht vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die Mitknechte das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war.

Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Knecht! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich angefleht hast. Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Peinigern, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergibt.

Bildnachweis: FPP AI


Ich sage Dir herzlichen Dank für das Lesen meiner Sonntagspredigt. Ich wünsche Dir und Deiner Familie noch einen schönen Sonntag und Gottes Segen für die kommende Woche. Ich segne Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.

HERZLICHE EINLADUNG – Die Kirche steht Dir immer offen in Lembach. Wenn Messe ist. Wenn Anbetung ist. Aber genau so auch wenn die Kirche gerade leer ist und du einfach Ruhe finden willst. Ich freue mich immer über Deinen Besuch ..
.. und Jesus ganz sicher auch :)))


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Verfasst am: 13.09.2026
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