© Stefanie RichtsfeldInterview mit Karl Ensbrunner
anlässlich des Höhenfeuers am Fr, 14. August bei der Bauernkriegsbuche in Obernort. Mehr im Beitrag.
Der heute 88-jährige Lembacher hat bereits die Gedenkjahre zu 325, 350 und 375 Jahren Bauernkrieg miterlebt und aktiv mitgestaltet. Als langjähriger Wegbegleiter des Gemeindelebens engagierte er sich über Jahrzehnte in der Pfarre, in Vereinen und für die Bewahrung der Geschichte Lembachs. Unter anderem war er Mitbegründer des Heimatmuseums.
Besonders lebendig ist seine Erinnerung an das Jahr 1951. Damals war er Ministrant bei einer Maiprozession, bei der Pfarrer Ludwig Adlesgruber bereits das Bauernkriegsjubiläum zum Thema machte.
Im Rahmen des Projekts „Mut zum Frieden – Lembach26“ kehrte Karl Ensbrunner nun an einen ganz besonderen Ort zurück: zur Bauernkriegsbuche in Obernort. Dort soll vor 400 Jahren ein Höhenfeuer entzündet worden sein – jenes Feuer, das Mitte Mai den vorzeitigen Beginn des Oberösterreichischen Bauernkriegs ankündigte (geplant war der 31.5.1626). Die ursprüngliche Buche wurde Ende der 1930er-Jahre gefällt. Zum 375-jährigen Gedenken pflanzte man 1976 einen neuen Baum, der heute zu einem markanten Erinnerungsort herangewachsen ist. Zudem war im Laufe der Jahre am Standort der Buche eine Erinnerungstafel samt Raststätte errichtet worden. Dieser historische Ort ist auf einer Anhöhe in Obernort (Besitz der Familie Ammerstorfer) in einem agrarwirtschaftlich nicht mehr benutzten kleinen Waldhain bzw. Bühel befindlich.
Im Interview erzählt Karl Ensbrunner von den historischen Ereignissen und zeigt den Platz, von dem aus das Signalfeuer damals bis nach St. Agatha sichtbar gewesen sein soll.
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Am Freitag, 14. August 2026, wird dieses historische Zeichen noch einmal lebendig: Die Ortsbauernschaft Lembach entzündet gemeinsam mit St. Agatha zeitgleich ein Höhenfeuer. Es bildet einen weiteren Höhepunkt des Lembacher Gedenkjahres „Mut zum Frieden – Lembach26“.
Interview in Textform
Welche Bedeutung hat dieser Ort hier?
Eigentlich stehen wir hier vor einem geschichtlich bedeutsamen Ort. Von hier aus wurde mit einem Höhenfeuer das Signal an alle Bauern, Dörfer und Häuser geschickt, dass in Lembach etwas geschehen ist, dass nun ein Aufstand gemeinsam passieren muss, dass wir uns auf die Beine stellen müssen.
Was passierte hier vor 400 Jahren?
Damals ist in Lembach der Oberösterreichische Bauernkrieg ausgebrochen. Die Bauernanführer, die in Habach ihr Gelage hatten, wurden von Besatzungssoldaten gestört. Lembach war bayrisch besetzt und es kam zu einer Rauferei. Nachdem die Bauern einige Soldaten getötet hatten, war das der Ausbruch des Bauernkriegs.
Was geschah an diesem Ort 1976?
Vor 50 Jahren hatten wir hier in Lembach große Gedenkfeiern und das erste war, dass wir hier auf dieser Höhe, wo das Signalfeuer den Bauern den Beginn des Bauernkrieges angekündigt hat, eine Buche geflanzt haben.
Woran soll die Buche heute erinnern?
Ich kann mich noch gut erinnern: Als sie gepflanzt wurde, war sie noch ein kleines Bäumchen. Und der Baum soll uns immer daran erinnern, dass die Bauern damals in Lembach um ihre Freiheit und um ein gutes Leben gekämpft haben.
Das VIDEO zum Interview gibt es auf Instagram zu sehen: https://www.instagram.com/mutzumfrieden.lembach26/
Interview und Redaktion: Reinhard Richtsfeld







